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ERLEBNISSE - RUND UM CITY

"Die Fanecke"
von Angelika & Hans-Helmut aus Alleringersleben

Die nachfolgenden Fotos erzählen von vielen Erlebnissen mit und um CITY - ganz ohne Worte:


 


 


 


 


 


 


 


Erste Begegnung mit CITY
Eindrücke von Micha aus der Schweiz (ehemals wohnhaft in Berlin)
 
Konzert in Belzig am 27. August 2006


"Ganz leicht"
 Text und Fotos von Sigrid aus Delitzsch

Im Osten Deutschlands geboren und aufgewachsen zu sein
und CITY nicht zu kennen - das gab es wohl nicht.

Spätestens mit „Am Fenster“ musste man die Band einfach wahrnehmen. 1973 als Studentin aus dem tiefsten Vorpommern nach Leipzig gekommen, war ich auf einmal drin im prallen Leben einer Großstadt. Und ich versuchte so viel wie möglich aufzusaugen. So war es fast selbstverständlich, dass ich zu fast allen Konzerten der damals großen DDR-Bands ging. Die Puhdys, Karat, Vroni Fischer, Jürgen Kehrt, Karussell, Elektra, Lift, Reform …

Die einzige Band, die ich weder in dieser Zeit noch später jemals LIVE erlebt habe, war CITY. Natürlich kannte ich
„Am Fenster“, „Den King vom Prenzlauer Berg“, „Wand an Wand“ und einige andere Titel, aber das war es dann auch schon. Selbst nach der Wende hat es nie gepasst. Da gab es ja auch eine Menge nachzuholen. Wir rannten erst mal zu den Konzerten der internationalen Rockmusik-Größen, die wir in jüngeren Jahren schon gern gehört hätten.

2003 dann endlich die Gelegenheit, CITY ganz in der Nähe auf der Halbinsel Pouch bei Bitterfeld LIVE zu erleben. Noch dazu im Doppelpack mit den Puhdys. Da musste sich die Fahrt doch lohnen. Dass daraus Konsequenzen für mein weiteres Leben entstehen würden, ahnte ich an diesem Septemberwochenende noch nicht. Dieses Konzert war einfach nur ein Kracher, stellte die nicht in Bestform spielenden Puhdys komplett in den Schatten und hat mich so begeistert, dass ich einfach nur mitsingen, mittanzen und mitklatschen MUSSTE.

Danach war klar: Wenn CITY wieder in der Gegend spielt, bin ich da. Und das hieß für mich, auf nach Landsberg im April. Und hier hörte ich zum ersten Mal den Titel
„Ganz leicht“ vom Album Rauchzeichen (1997). Dieser Song hat mich in meinem Innersten berührt und aus dem Gewohnheitstiefschlaf geholt.

… ich kann fliegen …

Mir ging es doch gut bisher. Die Silberhochzeit lag hinter mir, die Kinder erwachsen, gut geraten und fast aus dem Haus, eine Arbeit, um die mich andere beneiden würden … dennoch hat mich dieses „ich kann fliegen“ irgendwie dazu gebracht, die Frage zu stellen, ob das nun alles war und es in diesem Trott bis zur Rente weitergeht und ob ich überhaupt will, dass es so weitergeht.

Die Antwort war ein eindeutiges NEIN! Das kann es noch nicht gewesen sein! Also habe ich mich selbst angetrieben und bin nun dabei, mein Leben neu zu sortieren. Angefangen habe ich mit dem heikelsten Thema - der Arbeit. Zunächst Weiterbildung, dann Kündigung des alten Jobs und im nächsten Jahr geht’s los. Ich will mir ein eigenes Geschäft aufbauen, von dem ich weiß, dass es mir Spaß machen wird. Wenn ich es gut und richtig mache, wird es mich wohl auch ernähren können.

Und dieser ganze Prozess hat angefangen
mit dem Besuch eines CITY-Konzertes
und mit einem CITY-Song.

Bleibt noch zu erwähnen, dass ich seitdem in der Saison fast jeden Monat zu einem CITY-Konzert fahre. Meinen 50. Geburtstag habe ich bei CITY ebenso verbracht, wie im letzten Jahr den ersten Weihnachtsfeiertag. Besonders freue ich mich natürlich, wenn mein Lieblingstitel im Programm ist.

Darüber hinaus gibt es noch mehr: die Band macht nicht nur mitreißende LIVE-Konzerte, sondern bringt mittels ihrer Musik auch Inhalte und Meinungen rüber, die ganz konkrete Alltags- aber auch gesellschaftliche Probleme unserer Zeit spiegeln. Wer sich wie ich Gedanken auch um das macht, was um uns herum passiert, empfindet das als wohltuend im Gegensatz zu den Ergüssen manch anderer Stars, Sternchen und Sternschnuppen.

Dazu kommt, dass die „Jungs“ nach so langer Zeit im Musikgeschäft immer ihre Bodenhaftung behalten haben.

… ich kann fliegen …,
Ihr hoffentlich auch und noch recht lange


Liebe auf Umwegen
oder
dieses bleibt für immer …
Text von Doris aus Vierow

„Doriiiis“ - der für diesen Abend letzte City-Bonbon fliegt, von Toni gezielt geworfen, auf mich zu.
Zack - gefangen.

Das war nicht immer so. Ich meine einerseits das Fangen (ich bin nämlich eigentlich so eine Art Bewegungsidiot und habe deshalb ganz schön oft daneben gegriffen) und zum anderen, dass Toni mir einen „personengebundenen“ Bonbon zuwirft.

Es gab Zeiten, da kannte ich CITY nur als eine Band, die Musik machte, die mir gefiel. Ich hatte auch die eine und andere Platte im Schrank - aber mehr war da nicht. Ich lebte, wie es sich gehörte: glücklich verheiratet, mit zwei halbwüchsigen Söhnen, idyllisch auf dem Lande, zufrieden mit der Arbeit, die ich tat. Für Konzertbesuche fehlte mir aus heutiger Sicht sowohl Interesse als auch ein bisschen Zeit. Dass mir etwas fehlte, bemerkte ich nicht. Wie denn auch, ich hatte es ja nicht ausprobiert.

Dann kam die so genannte Wende, brachte Neues, Unbekanntes, auch Ängste. Einige dieser früher immer fiktiven Befürchtungen wurden Realität: Ich verlor meine Arbeit. Mein Mann trennte sich von mir. Es war ein tiefes, schwarzes Loch, in das ich plötzlich fiel, ein Absturz, der scheinbar nicht enden wollte. Irgendwann raffte ich mich auf, gab dem Drängen meiner Umgebung nach und ließ mich zu einem Konzert „mitschleifen“. Nee, nicht zu CITY. Ich hab doch gesagt: „Liebe auf Umwegen“. Die Puhdys spielten in meiner Heimatstadt, und ich stellte fest, dass man sich mit Livemusik wenigstens für eine Weile ein bisschen ablenken kann. Ziemlich stolz ob dieses Fortschritts erzählte ich davon im Bekanntenkreis. Da sagte einer, ein Berliner: „Was denn, zu den Puhdys bist Du gegangen? Denn geh doch lieber zu CITY, die sind viel besser!“ - „Würde ich ja gern, aber gibt es die denn überhaupt noch?“ war meine Antwort. Ja, es gab sie noch (und wieder), denn das ganze trug sich Mitte der neunziger Jahre zu. Und dann hörte und erlebte ich mein erstes CITY-Konzert, auf dem Parkplatz eines Supermarktes, dessen fünfjährige Existenz am Ort gefeiert wurde. Ich hatte im Stau gestanden, kam viel zu spät, stand ganz hinten und konnte nicht wirklich was erkennen. Hatte auch schon ´ne Menge verpasst und hörte Titel, die ich nicht kannte und die mich doch berührten, wie z. B.
„Dünne Luft“

und ich hörte „Am Fenster“…

Als das Konzert vorbei war, bemerkte ich erstaunt, dass die Musiker noch nicht in großen schwarzen Autos davon gebraust waren. Nein, sie waren noch da, unterhielten sich mit den Leuten und schienen ganz normale Menschen zu sein. Mannomann, ich kam mir zwar ein bisschen seltsam vor, aber ich wollte denen einfach sagen, wie sehr mir das Konzert gefallen hatte. Das sagte ich dann auch jedem einzelnen - und spätestens da muss es passiert sein: Ich hatte mich mit dem CITY-Virus infiziert. Da half nichts außer: mehrmals täglich CITY aus der Konserve und so schnell wie möglich wieder zu einem Konzert.

Okay, meine Begeisterung trieb auch ganz exotische Blüten - hab ich doch versucht, Texte für die Band zu schreiben. Was heißt versucht - ich habe es eine Weile ziemlich intensiv getan, nur leider traf ich nicht wirklich den Nerv des Frontmannes - und der muss es ja schließlich singen …

Aber mal im Ernst: Meine Begegnungen mit der Band, die wunderbare Musik, meine Fahrten zu auch weiter entfernt stattfindenden Konzerten - das alles hat mich gerettet aus meiner Lethargie, aus meiner Verzweiflung und vor meinem Selbstmitleid. Dort fühlte ich mich zuhause, auf „meinem“ Platz vorn links, wo Manfred im Schneidersitz hinter seinen Tasten sitzt. Und mein Sohn formulierte messerscharf, als ich ihm mal wieder von meinen Konzertbesuchen erzählte: Meine Mutter hat sich verliebt …

Mit CITY habe ich Orte besucht, deren Namen ich nie zuvor gehört hatte. Oder weiß jeder, wo Schmadebeck liegt oder Edersleben oder, die Eingeweihten mögen mir verzeihen, Mülsen St. Niklas?

Für den Besuch des Jubiläumskonzertes im Tempodrom 2002 habe ich mich getraut, zum ersten Mal selbst mit meinem Auto nach und vor allem durch Berlin zu fahren. Wenn mir das jemand ein paar Jahre zuvor prophezeit hätte, den hätte ich wohl für verrückt erklärt.

Irgendwann habe ich aufgehört, die Konzerte zu zählen und die zurückgelegten Kilometer aufzuschreiben. Ist ja auch alles nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ich liebenswerte Menschen kennen gelernt habe und dass ich mich auf jedes neue Konzert freue.

Ich weiß, dieses bleibt für immer ...


"Zwei Erlebnisse"
Fotos und Text von Dieter aus Kloster-Lehnin

Zwei einschneidende Erlebnisse in meinem Leben CITY betreffend gibt es:

Im Jahr 1978 war ich 14 Jahre alt, als im Radio der Titel "Am Fenster" von CITY rauf und runter gespielt wurde. Ich war hin und weg!

Diese Langspielplatte musste ich einfach haben. Also kratzte ich mein Taschengeld zusammen und fuhr zum ersten Mal und ganz allein mit dem Bus ins nahe gelegene Brandenburg. Vielleicht kann man sich vorstellen, wie mir zumute war: wenn man auf dem Dorf aufwächst und nur zu ganz besonderen Anläsen in die Stadt fuhr. Ganz alleine in der fremden Stadt suchte ich nach einem Plattenladen und fand ihn dann auch, ebenso die CITY-LP.

Ich war einfach nur happy, endlich dieses Scheibe zu besitzen.

Nun lief also zum Leidweisen meiner Eltern täglich CITY und „Am Fenster“ bei uns. Die Platte habe ich auch heute noch, ebenso eine CITY-Autogrammkarte, die ich mir in den frühen CITY-Jahren zuschicken ließ.

Noch heute erzeugt „Am Fenster“ bei jedem Konzert Gänsehautschauer bei mir, ich empfinde den Titel als sehr emotionsgeladen. Genauso wie die Fortsetzung "Flieg ich durch die Welt". Auch mit diesem Titel verbinde ich ganz spezielle Erlebnisse. Er beschreibt meine Gefühle, die ich in dem Erscheinungsjahr des Titels hatte. Ich fand meine große Liebe nach über 20 Jahren wieder.

Noch heute, bei jedem Konzert, werden diese Gefühle wieder zum Leben erweckt.


CITY in Ückermünde
oder vielleicht doch nicht ?
Text von Franzi, Helga und Axel aus Niebendorf

Es war der 27. Juli 2003. Wieder einmal sollte uns unser Weg weit übers Land führen, um ein Konzert der Jungs zu erleben. Es war heiß, Gewitterstimmung lag in der Luft. Aber noch war der Himmel blau und Radiomeldungen über bevorstehende Unwetter bringen doch keinen echten CITY-Fan von seinen Plänen ab. Immer die A1 in Richtung Prenzlau entlang, mal schneller, mal langsamer.

So waren wir schon beizeiten in Ückermünde. Einmal quer übers Festgelände mit allerlei Rummel, dann suchten wir uns einen Platz an der Hauptbühne. Dort nervte irgendein Komiker, der sich zumindest selber komisch fand. Die Gewitterstimmung verstärkte sich immer mehr. So langsam machten wir es uns vor der Bühne bequem. Doris und Micha waren auch da und so gab es keine Langeweile.

Ca. eine Stunde vor Konzertbeginn dann ein erster Regenschauer. Der wurde von allen erfreut begrüßt - endlich Regen nach wochenlanger Hitze und Trockenheit. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Kurz vor dem geplanten Start des Konzertes ging urplötzlich eine regelrechte Wasserwand auf uns hernieder. In Augenblicken waren alle durchnässt bis auf die Haut.

Auf der Bühne tropfte alles vor sich hin, auf dem Platz davor stand das Wasser teilweise 10 cm hoch. Die Feuerwehr musste zum Abpumpen kommen. Techniker und Musiker kontrollierten immer wieder das Equipment.

Dann, nach langem Warten kam von der Bühne die Mitteilung, dass das Konzert nicht stattfinden würde. Die Sicherheit der Musiker müsse  im Vordergrund stehen. Schade nur, dass es solange gedauert hat, bis das Publikum informiert wurde. Die Enttäuschung über die Absage machte sich im Publikum dann auch recht lautstark Luft.

Nicht nur wir machten uns nun auf einen recht langen Heimweg. Noch weiter hatten es Hilli und Peter aus Chemnitz. Doris aus Greifswald war da schon besser dran und den Vogel abgeschossen hatte Micha -

er hatte sich ein Hotelzimmer gesucht.


„Am Fenster“,
ein Schlagzeug und CITY anno 1978
Fotos und Text von HH aus EE

Eigentlich war nicht die Band das durchschlagende Ereignis, sondern der Song.

Plötzlich wurde „Am Fenster“ tagtäglich im Radio gedudelt und die Dorf-Disco, die nicht diese Bandaufnahme von DT64 mitge-schnitten hatte - an eine Platte war noch lange nicht zu denken, das kam erst viel später - die konnte eigentlich gleich einpacken.

Der Song war Kult und die Band hatte urplötzlich in der ganzen Republik eine riesige Fangemeinde!

So hat’s bei mir auch angefangen, denn ich hatte die Bandaufnahme auf meinem „Qualiton“ und bin mit meiner Disco über die Dorfbühnen gezogen.

Das muss so 1973 / 74 gewesen sein. Den „Laden“ haben Manne (Manfred Purple) und ich damals übrigens „College Disco“ genannt - warum wohl?

Schon so viele Jahre CITY ? Gott, wie alt bin ich eigentlich ?

Dieser eine Song und diese Stimme haben mich seither begleitet, waren ein Teil des Soundtracks zu meinem ganz persönlichen Leben. Da hatte jemand in meiner Seele gekramt und meine Gefühle ausgesprochen sowie das ganze mit den Klängen einer Violine, meinem Instrument, unterlegt!

Egal ob nun mit dem
„Fenster“ oder später mit „Wand an Wand“ oder gar meiner Lieblingszeile:

"... is’ egal, da sind Löcher drin
und so bleibe ich wer ich bin …“.

Das hatten außer Renft, Cäsar und Lift nicht viele geschafft.

Ich war einer von denen, die „in der Kultur“ gearbeitet haben. Wie man diesen Begriff in Gesamt-Deutsch übersetzt - keine Ahnung. Irgendwie war es logisch, dass ich dann selbst Konzerte organisieren wollte. Dieses besondere Gefühl des Lebens und Erlebens hinter der Bühne hatte mich schon immer fasziniert. Es war also auch logisch, für meine Konzertreihe "Rock-Mix" diese Band auf der Bühne zu haben. Es sollte etwas ganz besonderes werden - und genau das wurde es auch. In jeder Hinsicht!

Zunächst mussten im Saal ca. 500 Stühle schön in Reih’ und Glied gestellt werden. Das war wichtig, sonst hätte ich keine Veranstaltungsmeldung beim VPKA durchbekommen (von den anderen Tricks ganz zu schweigen). Das sah zwar schön klar gegliedert aus, war aber völlig unpraktisch, nahm viel Platz weg und im Falle des Falles wäre das Chaos perfekt gewesen. Dann kamen irgendwann im Laufe des Nachmittags die Techniker, also die mit dem Lkw und den großen Boxen sowie den vielen Kabelrollen. Das Durcheinander auf dem Lkw wurde also schön gleichmäßig auf der Bühne und dann im Saal verteilt bis zu dem Moment, wo zum ersten Mal der Strom fließen sollte.

An diesem Apriltag, es war der 19. April 1978, kam es erst mal nicht dazu. Man brauchte Kraftstrom und das Netz war dafür nicht abgesichert. Ich kannte (zum Glück) den Stadtelektriker und Gerhard folgte meinem Notruf ziemlich prompt. Was genau dann passiert ist kann ich heute nicht mehr sagen. Ich weiß nur noch, dass irgendwann die Scheinwerfer strahlten und die Augen von Joro auch. Der war nämlich inzwischen eingetroffen und hatte mir erklärt, dass so was wie Kraftstrom für eine Band unverlässlich sei.

Eine damals ebenfalls anwesende Dame namens Traudl war ziemlich sauer, was man ihr auch ansah. Ich glaub’, ich bin wohl manchmal ziemlich blauäugig an all die Sachen rangegangen. Aber es kam noch schlimmer: Plötzlich stand Klaus vor mir mit der Nachricht „Vom Schlagzeug fehlen Teile. Wir fahren mal fix nach Berlin, um sie zu holen!“ - Oups !!!

Sicher kann sich noch jemand an den Zustand der damaligen Autobahnen erinnern und die Band fuhr (in meiner Erinnerung) einen Lada oder Schiguli. Als man losfuhr, war es eine Stunde vor Konzertbeginn und der Saal bereits proppevoll - na Klasse. Wir haben’s einfach niemandem gesagt und irgendwann begonnen, das Publikum (und die mit der grünen Uniform da draußen) mit Hinweisen auf technische Probleme hinzuhalten.

Mir wird dieser Tag für immer in Erinnerung bleiben: CITY fuhr Schlagzeugteile zwischen Elsterwerda und Berlin „spazieren“ und wir haben derweil 500 Leute mit technischen Problemen vertröstet. Auch der freundliche ABV vor der Tür hat’s zur Kenntnis genommen. Das Konzert begann mit 4 Stunden Verspätung und keiner hat sich aufgeregt -
geht heute sicher gar nicht, oder  ???

Wer’s nicht glaubt:
Die Fotos stehen hier auf der Seite der
GRENZENLOSEN
und es gibt genug Leute hier in Elsterwerda, die sich erinnern können.

Bei einem späteren Treffen mit CITY habe ich mir von Joro noch andere Begebenheiten über das Vergessen erzählen lassen - und ich dachte immer, die Sache damals wäre ein einmaliges und „unerhörtes Erlebnis“ gewesen.

Unvergesslich war das Konzert trotzdem, vielleicht gerade auch deshalb.


Einmal wissen, dieses bleibt für immer
Text und Fotos von Heike aus Fürstenwalde

Als ich zum ersten Mal von Euch hörte, wusste ich noch nicht,
dass Ihr mich mit Eurer Musik durch mein Leben begleiten werdet.

Es war der Song “Es ist unheimlich heiß”, den ich im Radio hörte und der mich auf Euch aufmerksam werden ließ. Ich fand mich in diesem Titel wieder, denn genau das, was dort besungen wird, erlebte ich in dieser Zeit. Ich war 16, ging in die Disco, musste zu einer bestimmten Zeit zu Hause sein und erlebte meine erste große Liebe. Das Radio lief immer, wenn ich zu Hause war. Ich wollte und musste diesen Song unbedingt aufnehmen. Aber ich hatte kein Glück. Er wurde nicht gespielt, wenn ich vor dem Apparat saß. Ich bekam diesen Song dann aber doch und mit ihm sogar noch mehr, denn die erste Platte von Euch erschien. Täglich ging ich in den Plattenladen des Städtchens Beeskow und fragte nach dieser Scheibe. Immer wieder hörte ich nur diesen einen Satz: “Ham wa nich!”.

Ja, in der DDR besondere Schallplatten zu bekommen, war wie ein Sechser im Lotto. Aber Beziehungen waren eben damals Alles. Ich bekam dann meine Platte doch und das auf ganz kuriose Weise. Der Verkäufer aus dem Rundfunkgeschäft kam nämlich in den Laden, in dem ich meine Lehre zur Verkäuferin machte und wollte unbedingt Ketchup haben, sah mich dort und erinnerte sich an mich. Er sagte: ”Wenn Du mir Ketchup besorgen kannst, kann ich Dir eine bestimmte Platte besorgen”. Na und ob ich das konnte, das ist ja ganz klar. Und endlich hatte sie, die lang ersehnte Scheibe. Sie drehte sich den ganzen Tag auf dem Plattenteller. Ich habe sie natürlich noch heute und sie hat die vielen Jahre ohne Kratzer überstanden. Auch in der DDR gab es schon Qualität.

Ich kannte bisher nur “Es ist unheimlich heiß” und “Am Fenster”. Total begeistert war ich von “Nachts um halb eins” und “Der King vom Prenzlauer Berg”. Auch diese beiden Songs waren ein Stück Leben von mir. Schließlich musste ich nachts auch oft allein vor der Disco nach Haus (mein Freund war zu jener Zeit bei der Fahne) und ich mochte es gar nicht, von Jungen auf  plumpe Art angemacht zu werden. “Der King” erinnert mich noch heute an meinen Cousin, der der damaligen Brunnenclique des Märchenbrunnens im Berliner Friedrichshain angehörte. Was hat der für Mist gebaut! Er war aber immer für mich da, denn Clique war das eine, die Lieblingscousine etwas ganz anderes.

Jetzt war ich infiziert von CITY - ich musste alles wissen. Wer war die Band (damals ja noch Gruppe genannt), die diese Titel sang? Ich wollte unbedingt mehr erfahren. Keine Zeitschrift war mehr vor mir sicher.

Das “Neue Leben” und die “Melodie & Rhythmus” zu bekommen war in dieser Zeit sehr schwer, aber ich hatte auch einen sehr guten Draht zu der netten Frau im Zeitungskiosk, die mir diese Zeitschriften immer zurücklegte. Und es gab auch wirklich Beiträge über Euch wie zum Beispiel im “Neuen Leben” von Juni 1978 oder in der “Melodie & Rhythmus”. 1978 war bereits der
“King vom Prenzlauer Berg” auf Platz 4 in der DDR-Spitzen-Parade ("Melodie und Rhythmus" 2/1979).

Ich sammelte alles über Euch, leider ist Vieles davon im Laufe der Jahre verschwunden. Frank Schöbel war nun nicht mehr die Nummer Eins für mich. Ich war Fan von ihm und zugegeben, ich höre ihn auch noch heute gerne und krame ab und zu seine alten Platten raus.

CITY war das Größte für mich. Meine Freundinnen, die sehr von der westlichen englischen Musik angetan waren, lachten mich aus. Sie waren der Meinung, dass Ostrock und dann auch noch auf deutsch gesungen nicht gut sein kann. Für mich war und ist es wichtig zu verstehen, was gesungen wird. Und mal ehrlich, wenn man einige englische Songs übersetzt, kommt doch häufig nur Müll heraus.

Natürlich streite ich nicht ab, dass ich auch gern Rolling Stones, AC/DC oder Accept hörte und höre. Klassik wie Vivaldis “Vier Jahreszeiten” oder “Die Moldau” findet man auch in meiner CD-Sammlung. Aber Ostrock stand und steht für mich immer im Vordergrund.

Leider war es in der ehemaligen DDR nicht so leicht, Konzerttermine ausfindig zu machen. Computer, geschweige denn Internet waren noch weit entfernt. Und wenn ich dann endlich mal erfahren hatte, wo ein Konzert war, gab es keine Karten mehr. So musste ich mich eben mit meiner einen Platte zufrieden geben. Aber es sollten ja noch mehr folgen, die ich dank meines netten Verkäufers des besagten Plattengeschäftes auch alle bekam.

So vergingen die Jahre (ich könnte noch soviel mehr schreiben, aber dann würde es ein Buch werden). Mein erstes Konzert, das ich dann endlich miterleben konnte, war 1994 oder 1995, das weiß ich nicht mehr genau. Ihr ward hier in Fürstenwalde gemeinsam mit den PUHDYS auf der Fürstenwalder “Waldbühne”. Endlich konnte ich Euch LIVE sehen und das war natürlich ein besonderes Erlebnis für mich.

Mein größter Wunsch war es immer, Euch einmal persönlich kennenzulernen. Hätte mir 1978 jemand vorausgesagt, dass dies im Jahr 2003 geschehen sollte, den hätte ich für verrückt erklärt. Ich arbeite seit 2002 in der Kulturfabrik GmbH Fürstenwalde. Mein damaliger Chef erwähnte in einer Dienstberatung, dass im Rahmen der Frühlingswochen die Band CITY auftreten wird und dass der VIP-Empfang mit E.dis in unserem Haus stattfindet. Er fragte, wer denn bereit sei, an diesem Tag unser Haus zu vertreten und die Betreuung zu übernehmen. Na, dass ich mich sofort meldete, liegt ja nahe. Ich würde endlich die Band kennenlernen, die ich schon seit Jahren verehre.

Der 10. Mai 2003 kam und ich war aufgeregt und in gespannter Erwartung, was wohl passieren würde. Wie werden die Männer sein, werden sie mich überhaupt beachten? Schon Stunden vorher war ich in der Kulturfabrik.
Endlich nach langem Warten fuhren schwarze Autos vor und Ihr kamt dann auch schon die Treppe herauf.

Ich war so aufgeregt, dass ich beim Empfang nichts essen konnte, obwohl alles super lecker war. Ich trank nur Rotwein, um mich zu beruhigen. Unbedingt wollte ich Fotos mit Euch haben. Beseelt vom Wein traute ich mich zu Toni zu gehen und um ein Foto zu bitten.

Und er sagte ganz einfach: “OK". Man dachte ich, das war ja jetzt ganz einfach.

Genauso gut ging das auch mit Manne und Fritz:

Mit Joro habe ich mich sogar noch  unterhalten. Er fragte mich in seiner netten Art, wie es mir geht und welche Titel ich denn gerne höre. Ich erzählte irgendwas von “Nachts um halb eins”, “Casablanca” und “Flieg ich durch die Welt”. Was genau, weiß ich heute nicht mehr.

Meine Kollegin meinte: “Also der große Mann lässt sich bestimmt nicht knipsen.” Ich sagte: “Ich gehe mal hin und wollen wir wetten, ich bekomme mein Foto.” Und Klaus sagte einfach nur: “Na klar Kleine, komm her, machen wir.” Ich war total platt. Ich hatte meine Fotos. Ich konnte es gar nicht glauben. Hoffentlich sind sie etwas geworden - dachte ich (ich hatte damals noch keine Digitalkamera), diese Gelegenheit würde ich nie wieder haben (War ich froh, als ich einige Tage später die Fotos in den Händen hielt).

Und dann war auch alles schon wieder vorbei. Ich hatte ein Erlebnis, das ich nicht vergessen werde und ahnte da noch nicht, dass es ein Jahr später noch ganz anders kommen sollte.

Der Empfang war vorbei, ich musste erst einmal durchatmen, rauchte gleich zwei Zigaretten hintereinander und konnte endlich etwas essen.

Und dann auf zum Konzert. Der Fürstenwalder Marktplatz war voller Menschen, aber so ein Bändchen mit einer Karte daran, öffnet verschlossene Türen und ich konnte das Konzert von dort erleben, wo nicht jeder hinkam. Sogar auf die Bühne konnte ich, um Fotos zu machen. Das Konzert war natürlich erstklassig. Die Stimmung der Leute war super gut, der Marktplatz bebte. Sogar meine Tochter stand mit ihren Freundinnen (alle 15 Jahre alt) in den Massen und sie waren begeistert.

Aber auch der schönste Tag geht mal zu Ende, irgendwann fand ich meinen Mann wieder, (der übrigens auch das CITY-Virus in sich trägt). Er hatte das Konzert zusammen mit Freunden von uns miterlebt und wir ließen den Tag bei einem Gläschen Wein ausklingen.

Nun gab es kein Halten mehr für. Ich hatte endlich Internet und konnte verfolgen, wo Ihr auftreten werdet. Bei jedem Konzert, das in der Nähe war, war ich dabei. Allerdings noch nicht in der ersten Reihe. Das war zum ersten Mal in Erkner am 16. Mai 2004, dann in Storkow am 27. August 2004 oder in Frankfurt / Oder am 4. September 2004 und und und ... Täglich war ich nun auch auf Eurer Homepage unterwegs, beteiligte mich an den Diskussionen im Gästebuch und lernte viele nette Leute kennen.

Am 10. September bekam ich eine Mail von Toni. Zuerst konnte ich mit der E-mail-Adresse nichts anfangen und wollte sie eigentlich gar nicht öffnen, aber zum Glück tat ich es dann doch. Es war die Einladung zur Prelisteningparty am 27. September 2004. Ich dachte, das gibt es doch gar nicht? Ich werde zu CITY eingeladen und ich soll da allein kommen. Nein, dachte ich, das geht nicht! Da muss Diana mit! Und so fuhren wir dann natürlich auch dort hin.

Was würde jetzt schon wieder auf mich zukommen? Ich hatte keine Ahnung wie solch eine Veranstaltung abläuft. Wir hörten das Album
“Silberstreif am Horizont”. “Weil die Erde eine Kugel ist” und “Schwestern und Brüder” kannte ich schon. Von den anderen Songs war ich dann erst einmal überwältigt. Besonders berührt hat mich “Tamara”, aber auch “Lebenslang”. Ich konnte zuerst gar nichts sagen und glaube, das ging auch allen anderen so, die dort waren. Schließlich entstand aber doch noch eine rege Diskussion und ich war wieder um einige Erfahrungen reicher. Lernte ich doch bei dieser Party die Leute kennen, mit denen ich schon über das Gästebuch und über E-Mails Kontakt hatte.

An diesem Tag wurde der Grundstein des Fanclubs gelegt,
aber das ist eine andere Geschichte ...

Lasst uns noch lange
gemeinsam durch die Welt fliegen!


Ines,
die Gitarre
Text und Fotos von Ines aus Meerane

 

1982: Ich war mit meinen Eltern im Urlaub in Rostock. CITY spielte damals dort, ich wollte hin, aber meine Eltern ließen mich nicht (ich war damals erst 16). Irgendwann kam CITY zur Rocknacht in die Stadthalle nach Meerane - endlich - und ich war dort, es war super. Danach war wieder lange Zeit Pause.

Am 13. August 2004 spielte CITY in Crimmitschau, ich las es in der Zeitung und dachte, da musst du hin. In diesem Jahr verwirklichte ich mir im April endlich meinen Traum, eine E-Gitarre zu kaufen, ein Anfangsset mit kleinem Verstärker. Manchmal muss man eben 38 Jahre alt werden, um dies in die Tat umzusetzen. Ich selbst spiele schon seit 1974 Konzertgitarre, bei meinem Studium zur Erzieherin lernte ich auch Melodiespiel. Gitarre über Verstärker zu hören und zu spielen, hat mich schon immer begeistert.

Jedenfalls, das Konzert in Crimmitschau war der Hammer. Danach kramte ich sämtliche CITY-Musik, die ich fand, heraus, suchte nach den Texten im Internet und versuchte nach Gehör Eure Lieder auf der Gitarre nachzuspielen - was mir (denke ich) auch gut gelang.

Das Konzert hat mir so gut gefallen, dass ich dachte, da musst Du wieder hin. In Pobershau erfolgte dann der erste Kontakt mit Euch, Fotos mit Toni und Fritz und ich war mehr als begeistert. Ich war 2004 noch in Großenhain und in Chemnitz mit dabei. Meine Bekannten erklärten mich langsam als verrückt, konnten dies nicht verstehen.

Jetzt reifte mein größter Wunsch einmal mit Toni oder Fritz Gitarre zu spielen. Wird wohl nie möglich sein, oder doch? Ständig war ich auf Eurer Internetseite, verfolgte das Geschehen und trat 2005 in den CITY Fanclub ein. Ich habe viele nette Leute kennengelernt, die ähnlich fühlen und die von Euch begeistert sind.

2005 war das erste Fanclubtreffen der GRENZENLOSEN in Sandersdorf. Die Gitarre muss diesmal mit - jetzt oder nie.

Ich hoffe, meine Einlage ist gut angekommen? Die GRENZENLOSEN haben mich ja auch fleißig unterstützt. Es hat echt Spaß gemacht und ich freue mich, Eure Autogramme auf meiner “Klampfe” zu haben.

2005 waren es elf Konzerte, die ich besuchte und ich habe nun auch meinen Mann Ulf infiziert, der inzwischen ebenfalls Fanclubmitglied ist. Ich will ja nicht immer allein auf Konzert fahren, aber man ist ja nie allein. Immer wieder trifft man alte Bekannte.

CITY - Eure Musik ist immer rockig, berauschend, voll Power, einfach toll. Die Texte sind aussagekräftig, passen genau in die Zeit, vermitteln Lebensgefühl. Eure Konzerte sind jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Mir kribbelt es vor der Bühne in den Fingern. Mitspielen, das wäre doch schön …

Übrigens habe ich inzwischen von Marshall einen 30 Watt Verstärker mit Effekten, habe aber leider zu wenig Zeit zum Spielen. Oft nehme ich aber die Gitarre abends in die Hand und klimpere “Darf ich dir zu nahe treten”, “Lebenslang”, “Tamara”, “Ganz leicht”, “Wenn wir schlafen” oder “Berlin 2”.

Die langsamen Lieder von Euch sind meine Favoriten.
“Flieg ich durch die Welt” steht natürlich an erster Stelle. Wer weiß, vielleicht klappt es ja doch noch mal, dass Toni mit mir Gitarre spielt? Ich kann mir vorstellen, dass wir Fans Euch manchmal ganz schön auf die Nerven gehen, trotzdem macht Ihr immer gute Miene. Prima !


"So wurde ich ein CITY-Fan"
Text und Fotos von Susanne aus Witten

Im Sommer des Jahres 2003 verging kaum ein Wochenende an dem nicht irgendeine sogenannte "Ostalgie-Show" über diverse Fernsehkanäle flimmerte - man konnte sich kaum dagegen erwehren. Auf diesem Weg erfuhr ich von einer Konzertreihe der namhaften Ostrock-Bands: KARAT - CITY - PUHDYS und beschloss, dass ein solches "Ostrock-Konzert" ein super Geschenk für einen guten Freund ist, der mir bei meinem vor kurzem stattgefundenen Umzug mit viel Tatendrang zur Seite stand.

Ja, auch im Westen kannten wir diese Bands und ganz besonders die PUHDYS gehörten in "jungen Jahren" zu meinen Favorits. Von CITY kannte und hörte ich recht wenig, außer natürlich "Am Fenster" - eines meiner langjährigen Lieblingslieder, welches Ende der 70er Jahre auch im Westen rauf und runter gespielt wurde. Aber ich dachte immer es wäre so eine Art "One-Hit-Wonder".

Nichts desto trotz, ich freute mich auf ein Konzert, freute mich auf die PUHDYS und dachte so für mich: "Na ja, CITY wird schon erträglich sein, zumindest 'Am Fenster' ist  mehr als lohnenswert ..." (!!!)

Am 13. November 2003 war es dann soweit: frühzeitig erreichten wir die Grugahalle, in Essen, im Ruhrpott. Dort hatten wir viele Gelegenheiten mit eingefleischten Ostrockfans zu quatschen und uns auszutauschen. Ein PUHDYS-Fan wird mir wohl auf immer in Erinnerung bleiben. Mit Begeisterung, die ihm im grinsenden Gesicht stand, erklärt er mir (mehrmals): "Einmal im Jahr muss ich Maschine einfach sehen!"

Das Konzert begann! Leider konnten KARAT nicht auftreten. Herbert Dreilich war zu diesem Zeitpunkt schon sehr krank. Als Ersatz sprang UTE FREUDENBERG ein. Sie versuchte KARAT (u. a. mit einem Karat-Medley) würdig zu vertreten. Nun ja, ich ließ mich von der Konzertstimmung mitreißen, aber eine UTE FREUDENBERG, die über "7 Brücken ging" konnte mich nicht vom Hocker hauen.

Doch dann trat CITY auf ...

... die Bühne war geheimnisvoll dunkel, niemand war zu sehen, nur die Klänge der Violine ertönten. Ich glaube, bereits in diesen Minuten wurde ich verzaubert ...

Lauter mir unbekannte Stücke folgten, wie z. B.
"Glastraum", "Wand an Wand", "Wenn ich mal was sagen will" (hierbei platze der Luftballon, aber ein richtiger Mann hat ja immer 'nen Reservergummi dabei !!!), "z. B. Susann" und noch vieles mehr. Der Sänger da oben auf der Bühne fotografierte das Publikum, "denn wenn es mal wieder anders kommt, soll keiner sagen, er wäre nicht bei CITY gewesen".

Ich war fasziniert: von der Musik, von den (ehemals mutigen) Texten in einer poetisch überhöhten Sprache, der Violine, von dem ständig ins Publikum smilenden Keyboarder, von dem hochkonzentrierten Drummer und von der Spielfreude und herübergebrachten Ehrlichkeit dieser Musiker auf der Bühne. Viele Künstler habe ich in diversen Hallen und Stadien schon sehen können (Bruce Springsteen, Pink Floyd, Bon Jovi, Tina Turner, Marius Müller-Westernhagen, die Ärzte, George Clinton, Peter Maffay u. a.), aber keine Mugge, kein Konzert hat mich je so erreichen können wie CITY an diesem Abend.

Nach diesem, für mich bedeutungsvollem Konzert, begann ich die ein oder andere CITY-CD zu kaufen. Besonders die DVD mit dem Jubiläumskonzert zum 30. Geburtstag im Berliner Tempodrom hatte es mir angetan. Ein solches Konzert wollte ich auch erleben ... Allerdings waren die Chancen hier im Ruhrgebiet CITY mal wieder LIVE zu sehen sehr gering.

Im September 2004 nutzte ich die Gelegenheit (mal eben am Sonntagnachmittag), CITY zusammen mit KEIMZEIT und den PUHDYS in Hannover auf der Parkbühne rocken zu sehen. Auch hier konnte ich wieder viele nette Kontakte mit anderen Ostrockfans knüpfen. Wermutstropfen an diesem Abend war das krankheitsbedingte Fehlen von Klaus Selmke (trotzdem feierten wir seinen Geburtstag). Klaus wurde sehr professionell durch Joro's Sohn Nick vertreten und der Auftritt von CITY verzauberte mich auf's Neue. Der Kurztrip nach Hannover hatte sich allemal gelohnt.

Aber irgendwie genügte mir das alles nicht. Ich wollte unbedingt CITY "pur und LIVE" erleben, kein abgespecktes Konzert zusammen mit anderen Bands. Ich verfolgte die Tourdaten auf der CITY-HP und im Mai 2005 war es dann soweit. Ein Konzert im Harz - das war zumindest nicht ganz so weit weg ...

Ein Horrortrip sollte beginnen ....

CITY auf dem Ziegenhof in Rodersdorf

Der Ausflug nach Rodersdorf im Harz war eigentlich zu zweit geplant, aber "so ist das Leben" - meine Begleitung sagte kurzfristig einen Abend vorher ab. Also fuhr ich alleine und mutig mit meinem 33-PS-starkem Auto los. An der Autobahnabfahrt Eilsleben dachte ich erleichtert "gleich hast du's geschafft", aber dem war nicht so ... fast zwei Stunden fuhr ich durch kleine und kleinste Örtchen mit Namen wie Welfensleben, Eichenbarleben, Gunsleben usw. Leben allerdings war nirgendwo zu entdecken, alle Dörfer waren völlig menschenleer. Ja, war ich denn hier am Ende der Welt angekommen?

Als ich schon aufgeben wollte, befand ich mich plötzlich am Ziel meiner Reise: in Wegeleben. Dort hatte ich ein Zimmer reserviert. Wegeleben bestand aus Baustellen und Einbahnstraßen. Unter Missachtung sämtlich erlernter Verkehrsregeln erreichte ich endlich meine Pension. Nun ja, das Zimmer war zwar klein, dafür aber recht schmutzig. Die Toilette auf dem Gang war verstopft, aber eigentlich konnte mich jetzt kaum noch etwas schocken. Glücklich, endlich angekommen zu sein, begab ich mich auf Erkundstour durch den hübschen und kleinen Ort Wegeleben.

Auf dem örtlichen Marktplatz begegnete mir eine ältere, kleine hutzelige Frau, die mit erstaunlich klarer Stimme lauthals rief: "Sind Sie die von drüben?", dass es nur so über den Marktplatz schallte. Ich konnte nur noch stumm nicken. Gegen Abend besuchte ich die einzige örtliche Kneipe. "Nun ja, trinken können Sie was", sagte der Wirt, "aber zu Essen gibt's heute nichts!" Auf meine Rückfrage hin, erklärte er mir, dass er keine Zeit habe, er müsse jetzt unbedingt sein Auto an die ebenfalls anwesenden polnischen Kollegen versteigern. Mit knurrendem Magen ging ich an diesem Abend zu Bett.

Neuer Tag - neues Glück (dachte ich): Den Vormittag verbrachte ich, mit immer noch knurrendem Bauch, mit der Suche einer Tankstelle. Im ca. 40 km entfernten Halberstadt wurde ich fündig. Dort bekam ich auch ein Frühstück zur Stärkung und mittlerweile dringend erforderlichen Magenberuhigung. Das mir zugedachte Frühstück in meiner Pension fiel aus. Die Ehefrau des Vermieters und eigentliche Frühstücks-Zubereiterin saß während der gesamten Dauer meines Aufenthaltes in wahrer Flodder-Manier, zusammen mit ihrem Yorkshire-Terrier vor dem Fernseher, sah diverse Talkshows und rauchte Kette. Zum Frühstück-Zubereiten hatte sie "keinen Bock" - Ich fühlte mich wie im Slapstick.

Am Abend war es dann (endlich) soweit:

Zusammen mit meinem Zimmervermieter, seinen Kumpels und derzeitigen Freundin (die Ehefrau saß ja vorm Fernseher) ging’s nach Rodersdorf zum CITY-Konzert auf dem Ziegenhof. Nur gut, dass wir einen Fahrer hatten - bereits während der Fahrt zischte mein Vermieter, in bemerkenswerter Geschwindig-keit, vier Flaschen Bier. Die leeren Flaschen wurden unter lautem Gejohle aus dem Autofenster heraus, bei voller Fahrt, der Botanik übergeben.

Da der Vermieter ansonsten ziemlich klamm war, zahlte ich mein Zimmer mit der zweiten Konzertkarte. Dass war ihm sehr recht, denn so musste er seinem "Couch-Potato" nix Bares abdrücken und mir war's halt billig.

Vor CITY spielte mal wieder Ute Freudenberg, aber anschließend wurde ich für alle meine Mühen und Strapazen mit einem wirklich tollen CITY-Konzert entschädigt. Zwei Stunden LIVE und PUR und LAUT und ROCKIG - es war herrlich. Wenn ich nicht schon ein Fan war, so wurde ich es spätestens in diesen zwei Stunden ...

Noch ganz beseelt und glücklich von diesem tollen Konzert rief ich den im Vorfeld bestellten Taxifahrer (ein Kumpel des Vermieters) an. Nach ca. 30 Klingelzeichen meldete er sich lallend: "Er habe jetzt keinen Bock mehr zu fahren und Geld verdienen wär ihm 'eh scheißegal ..." Tja, so stand ich nun mitten in der dunklen Nacht in Rodersdorf im Harz auf dem Ziegenhof und wusste nicht mehr weiter - wie komme ich nun zurück nach Wegeleben in mein schmutziges Zimmer?

So schmuddelig mein angemietetes Zimmer auch war, nun wollte ich dorthin zurück. Hunger hatte ich auch mal wieder, denn auch auf dem Ziegenhof wurde jeglicher  Versuch zur Nahrungsaufnahme zunichte gemacht. Es gab schlicht und ergreifend nichts mehr.

Mittlerweile waren kaum noch Menschen auf dem Ziegenhof. Ratlos und fast den Tränen nahe stand ich auf einem Acker als plötzlich ein junges Paar an mir vorbei lief. Ich haute die beiden an: "Ich muss nach Wegeleben. Könnt ihr mich mitnehmen?" "Klar," sagte die junge Frau, "komm, steig ein, wir nehmen dich mit." Dankbar krabbelte ich auf die Rückbank des Autos, als ein Mann angelaufen kam. Er rief "Nehmt mich auch mit!" und sprang mit den Worten "Toll, jetzt machen wir geilen Sex" zu mir auf die Rückbank.

Mein leerer Magen dreht sich vor Schreck um. Mit dem Mut der Verzweifelten ballte ich beide Hände zu Fäusten, bereit in sekundenschnelle zuzuschlagen, als plötzlich alles im Auto anfing zu lachen. Der junge Mann neben mir beliebte zu scherzen und alle fanden es zum Grölen lustig. Ich weniger ...

Wohlbehalten in meinem Schmuddel-Zimmer angekommen, hielt mich nichts mehr im Harz. Binnen fünf Minuten packte ich meine Sachen (das Zimmer war ja mit der Konzertkarte bereits bezahlt) und auf ging's mitten in der Nacht, ziemlich hungrig, zurück ins Ruhrgebiet.

Zum Ziegenhof zieht mich nichts zurück, aber dem PUHDYS-Fan, den ich 2003 in Essen traf, dem möchte ich gerne sagen:

"Einmal im Jahr CITY sehen - das reicht mir lange nicht !"

Mein nächster Konzert-Besuch bei CITY war bereits fünf Wochen später. Es ergab sich ein geschäftlicher Termin in Schierke und bis zum Strandbad Sandersdorf war es nicht mehr weit. In Sandersdorf lernte ich viele  GRENZENLOSE kennen und seit diesem Tag bin ich eine von ihnen. Im Laufe der Zeit, bei nächtelangen Diskussionen und vielen Treffen sind tolle Freundschaften entstanden,

denn Musik verbindet !


Der "CITY-Virus"
Text von Uwe und Edgar aus Berlin-Köpenick / Adlershof

Auch von uns ein kurzer Bericht, wie wir zu CITY gefunden haben und auch uns der „Virus“ infiziert hat:

Vorbelastet sind wir allerdings schon immer durch unsere Conny und Jani gewesen, die uns stets und ständig eigentlich mit Eurer Musik im Auto und Berichten abnervten. Aber es sollte nur eine Frage der Zeit werden, dass wir auch so richtige Fans wurden. Dies geschah im Juni 2004!

Als jahrzehntelange Fußballfans des Berlin Vereins
„1. FC Union“ eilten wir zu jeder nur möglichen Veranstaltung, die das finanzielle Desasters des Clubs minimieren sollte. Zu unserer großen Verwunderung und sogleich späteren Begeisterung erfuhren wir, dass CITY und Frank Schöbel sich kurzerhand entschlossen hatten, in der legendären „Alten Försterei“ umsonst für UNION und die UNION-Fans zu spielen.

Natürlich waren wir geschlossen dabei und ab dahin ging es mit uns in Punkto Fansein rasant aufwärts - unsere „Weiber“ hatten endlich gewonnen! Ihr hattet es bei Eurem Auftritt auch nicht gerade leicht, gegen die doch recht unmusikalischen Fangesänge für UNION an zu singen, habt dies aber mit Bravour gemeistert.

Toni Krahl mit UNION-Schal  löste natürlich eine Welle der Begeisterung auch bei allen anderen Fans aus, ob sie nun Eure Musik kannten oder auch nicht, dies war diesen Abend egal - alle machten mit !!!

Danke noch heute für diesen Auftritt und weiter so, auch mit solchen Aktionen!!

UNION hat es geschafft,
auch mit Eurer Hilfe im heißen Sommer 2004!

Spontan und hilfsbereit so haben wir Euch kennen gelernt und bleiben weiter an Eurer Seite.

EISERN UNION !!!

Eure eisernen und grenzenlosen Fanclubmitglieder
Uwe und Edgar


Am Anfang war ein Lied
Ans Fenster klopfen ... mehr als 30 Jahre Verbundenheit
Text und Fotos von Walter aus Mahlberg

Meine Geschichte könnte nicht nur beginnen wie ein Märchen, es kommt einem gleich. Es waren meine ersten Gehversuche als DJ in den 70er Jahren. Damals war es auch im Westen nichts Neues, das man von der eigenen Musik nicht leben konnte.

In jenen Tagen hörte ich ihn zum ersten Mal, diesen Ohrwurm, der so anders klang als alles andere, was ich auflegen konnte. Tanzflächenfüller und emotionaler Eisbrecher sind sicherlich zwei Schlagworte, die den Bezug zu diesem Meisterwerk treffend beschreiben.

Den Song nahm ich kurz nach seiner Veröffentlichung in mein Herz und in mein festes Programm. Kein Abend seitdem, an dem er nicht lief und das bis zum heutigen Tage.

Zwischen damals und heute ist viel passiert. Nicht nur im allgemeinen Weltgeschehen, auch in meinem Leben.

Ich wusste nicht wie nah mich die zarte Berührung mit diesem Stück Vinyl an das Zeitgeschehen bringen sollte.

Als ich Mitte der 80er der Diskothekenwelt den Rücken kehrte (Modern Talking und andere Ergüsse machten mir den Entschluss leicht) um ein eigenes Projekt mit dem Namen Cleopha 87 zu starten, war die Sehnsucht da, diesen Song LIVE erleben zu wollen. Ich begann zu recherchieren - gibt es die Band eigentlich noch oder war sie längst aufgelöst und nur dieses eine Lied übrig? Wer waren die Menschen hinter diesen Zeilen und Noten? Bedenkt bitte, es gab kein Google, kein Internet und Handys waren noch tonnenschwer.

Schon damals musste ich erkennen, dass die Musik- und Schallplattenindustrie nicht gerade hilfsbereit war wenn es um das Thema CITY ging. Man hatte ja das Fenster, es verkaufte sich ohne Aufwand gut, was sollte auch mehr gemacht werden? Nach unzähligen Telefonaten endlich die Auskunft - die Band gibt es noch, interessiert hier aber niemanden - richtig, ich vergaß - da war ja Modern Talking etc. Mich interessierte es aber sehr und ich ließ nicht locker bis ich eine Telefonnummer aus der damaligen DDR bekam. Es war mir schlicht und ergreifend wurscht, wie viele Geheimdienste damals das erste Gespräch mithörten, ich wollte die Band, wollte ein Konzert, wollte meinem Publikum dieses Erlebnis schenken.

Dankbar bin ich dem Menschen, der sich wohl genauso gefreut hat wie ich, am anderen Ende der Leitung. Kurt war sein Name: „Mensch jut, da lässt sich doch wat machen, aber klar“. Mit diesem Satz begann eine einzigartige Geschichte ...

Die Einladung der Künstleragentur der DDR ließ nicht lange auf sich warten. Ich bekam mein Visum nahezu unbürokratisch, war Staatsgast des Ministeriums für Kultur und bekam einen dicken fetten Stempel in meinen Reisepass. Ich war so naiv und brachte zu meinem Erstbesuch fünf Schallplatten meines Erstlings „Gedanken eines Clowns“ mit, was die Herren an der Grenze sehr interessierte. Musik - Inhalt - Text - Warum usw. Einer der Beamten, oder Bürger wie man sich ansprach, blickte auf den Stempel in meinem Ausweis, das Visum und die Unterschrift des Ministers und salutierte plötzlich, was meine friedensbewegte Seele jener Tage natürlich zutiefst beeindruckte.

Ich schenkte ihm eine Scheibe - ob er sie wohl noch hat?

Im Palast der Republik traf ich dann die Herren Puppel und Krahl (noch mit einem leichtem Haarkranz), offiziell im Café oder war es die Bar, in der so viel Geschichte geschrieben wurde? Wir vereinbarten einen Konzerttermin für unser legendäres erstes Open Air 1988 in der Badischen Weltstadt Ettenheim am Apostelsee.

Handschlag und es hat gefunkt. Über die damalige Gage wollen wir heute nicht sprechen - schmunzele. Damals wusste noch niemand was da in den kommenden Monaten und Jahren passieren sollte.

Wir alle hier im Südwesten erlebten ein gigantisches Konzert und es hat gefunkt - und wie.
Musikerfreundschaft allererster Güte entwickelte sich.

Ich zeigte Toni, Fritz, Manne und Klaus den Taubergiessen als letzten Urwald Europas, zumindest begleitet von einem der schönsten Dialekte unserer Zeit (Ruster Badisch). Man verabschiedete sich mit dem Versprechen, sich bald wieder zu sehen. Es folgte der private Gegenbesuch in Berlin ohne Staatsstempel, dafür mit Zwangsumtausch und allem was damals dazu gehörte - Bürger Holtfoth meldete sich artig auf dem Posten der Volkspolizei.

Nie, aber wirklich nie werde ich den Besuch in der Müggelseeperle mit allen vergessen. Was war das noch? Zehn Personen, essen was der Koch (nicht die Speisekarte) hergab, das damals fantastische Bier in Massen, und dann noch mal einen Nachtisch und das ganze für 30 Ostmark.
Puuuhh, waren das Zeiten ...

Unsere Beziehung sollte sich weiter entwickeln. Es folgten Cleopha Konzerte im Badener Land. Ich weiß heute nicht mehr wie viele es waren bis zum heutigen Tage. Nachdem sich in der damaligen Zeit hier in den alten Ländern niemand um die Band kümmern wollte, war ich plötzlich das offizielle Büro West und alle Gast-spielverträge mit der Künstleragentur der DDR gingen über meinen Schreibtisch.

Es gab eine kleine Tournee die heute unbedeutend irgendwo in der Erinnerung verschwinden würde, wären da nicht die Umstände und Vertrags-partner gewesen.

Die evangelische Soldatenseelsorge war bereit Konzerte mit CITY in West-Kasernen zu organisieren. Man muss sich das einfach in Erinnerung holen: Ein musikalischer Botschafter des damaligen Staatsfeindes Ost konzertierte in den Militärkasernen des damaligen Staatsfeindes West.

Es war Ende 88 und die Einheit in weiter, weiter Ferne, eigentlich immer noch nur ein schöner Traum.

Stellt euch bitte in blühendster Fantasie dieses markante Bild vor:

Oben auf der Bühne CITY und unten die Jungs in oliv mit ihren Flens-Fläschchen. Unvorstellbar grausig und skurril, zumal damals wirklich nur männliche Soldaten in den Kasernen lebten.

Ich hab Toni damals um seinen Job nicht beneidet. Sag, wo die Soldaten sind - und unten die Meute grölend: HIER !!! Pete Seeger hätte sich im Grab umgedreht. Jeder Musiker verdrängt solche Erlebnisse nur zu gerne. Aber man war jung, wollte überleben, vor allem als Band. Heute lächle ich wenn ich diese Zeilen schreibe, denn wenn man es richtig betrachtet, begann in diesen Tagen das Eis zu tauen.

In den unruhigen Tagen des Wechsels, die Mauer war gerade gefallen, lud ich Toni spontan ein, als unangekündigter Ehrengast mit uns in badischen Teningen in ausverkaufter Halle eine Fete zu feiern. Solo und unplugged würden wir heute sagen. 3.000 Fans dankten es ihm mit einer Gänsehaut-Atmosphäre: so wird man das Fenster nie wieder hören können und WIR HABEN ES LEIDER NICHT MITGESCHNITTEN. Dann noch das legendäre und in den wirren Tagen immer noch gefährliche „So winkt man wenn der Zug abfährt“ als Abschiedslied für den Bürger Erich Honecker.

Und da war dann noch das Fenster - dieses Lied, diese Magie, mit dem oder der alles begann. Ich ließ es damals Paus Samson hören, jenen begnadeten Gitarristen und Gründer der „new wave of british heavy metal“. „Sounds great“, sagte er lächelnd zu mir und ich bat ihn, es neu zu arrangieren, wollte den Song unbedingt wiederbeleben und einem neuen Publikum zugänglich machen. Es sollte keine billige Cover Version sein. Ich war glücklich, dass ich lange vor Scooter das o. k. bekam, den Song aufzunehmen. Ein Traum wurde Realität.

Paul starb viel zu früh an Krebs, ich hätte zu gerne mit ihm und allen zusammen dieses Werk gemeinsam auf einer Bühne präsentiert. In diesem Zusammenhang blieb auch bei mir eine Umarmung und ein langes Gespräch mit Tamara in Erinnerung. Eine Begegnung für die ich dankbar bin bis zum heutigen Tage und die es nie gegeben hätte ohne Fritz, Toni, Manne und Klaus.


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