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ERLEBNISSE - RUND UM CITY
"Die
Fanecke"
von Angelika &
Hans-Helmut aus Alleringersleben
Die nachfolgenden Fotos erzählen von vielen Erlebnissen mit und um
CITY - ganz ohne Worte:
Erste Begegnung mit CITY
Eindrücke von Micha aus der Schweiz
(ehemals wohnhaft in Berlin)
Konzert in Belzig am 27. August 2006

"Ganz leicht"
Text
und Fotos von Sigrid aus Delitzsch
Im Osten Deutschlands geboren und aufgewachsen zu sein
und CITY nicht zu kennen - das gab es wohl nicht.
Spätestens mit
„Am Fenster“
musste man die Band einfach wahrnehmen. 1973 als Studentin aus dem tiefsten
Vorpommern nach Leipzig gekommen, war ich auf einmal drin im prallen Leben
einer Großstadt. Und ich versuchte so viel wie möglich aufzusaugen. So war
es fast selbstverständlich, dass ich zu fast allen Konzerten der damals
großen DDR-Bands ging. Die Puhdys, Karat, Vroni Fischer, Jürgen Kehrt,
Karussell, Elektra, Lift, Reform …
Die einzige Band, die ich weder in dieser Zeit noch später jemals LIVE
erlebt habe, war CITY. Natürlich kannte ich
„Am Fenster“,
„Den King vom Prenzlauer Berg“,
„Wand an Wand“
und einige andere Titel, aber das war es dann auch schon. Selbst nach der
Wende hat es nie gepasst. Da gab es ja auch eine Menge nachzuholen. Wir
rannten erst mal zu den Konzerten der internationalen Rockmusik-Größen, die
wir in jüngeren Jahren schon gern gehört hätten.
2003 dann endlich die Gelegenheit, CITY ganz in der Nähe auf der Halbinsel
Pouch bei Bitterfeld LIVE zu erleben. Noch dazu im Doppelpack mit den Puhdys.
Da musste sich die Fahrt doch lohnen. Dass daraus Konsequenzen für mein
weiteres Leben entstehen würden, ahnte ich an diesem Septemberwochenende
noch nicht. Dieses Konzert war einfach nur ein Kracher, stellte die nicht in
Bestform spielenden Puhdys komplett in den Schatten und hat mich so
begeistert, dass ich einfach nur mitsingen, mittanzen und mitklatschen
MUSSTE.
Danach war klar: Wenn CITY wieder in der Gegend spielt, bin ich da. Und das
hieß für mich, auf nach Landsberg im April. Und hier hörte ich zum ersten
Mal den Titel
„Ganz leicht“
vom Album Rauchzeichen (1997). Dieser Song hat mich in meinem Innersten
berührt und aus dem Gewohnheitstiefschlaf geholt.
… ich kann fliegen …
Mir ging es doch gut bisher. Die Silberhochzeit lag hinter mir, die Kinder
erwachsen, gut geraten und fast aus dem Haus, eine Arbeit, um die mich
andere beneiden würden … dennoch hat mich dieses
„ich kann fliegen“ irgendwie dazu gebracht, die Frage zu stellen, ob das nun alles
war und es in diesem Trott bis zur Rente weitergeht und ob ich überhaupt
will, dass es so weitergeht.
Die Antwort war ein eindeutiges NEIN! Das kann es noch nicht gewesen sein!
Also habe ich mich selbst angetrieben und bin nun dabei, mein Leben neu zu
sortieren. Angefangen habe ich mit dem heikelsten Thema - der Arbeit.
Zunächst Weiterbildung, dann Kündigung des alten Jobs und im nächsten Jahr
geht’s los. Ich will mir ein eigenes Geschäft aufbauen, von dem ich weiß,
dass es mir Spaß machen wird. Wenn ich es gut und richtig mache, wird es
mich wohl auch ernähren können.
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Und dieser ganze Prozess hat angefangen
mit dem Besuch eines CITY-Konzertes
und mit einem CITY-Song.
Bleibt noch zu erwähnen, dass ich seitdem in der Saison fast jeden
Monat zu einem CITY-Konzert fahre. Meinen 50. Geburtstag habe ich
bei CITY ebenso verbracht, wie im letzten Jahr den ersten
Weihnachtsfeiertag. Besonders freue ich mich natürlich, wenn mein
Lieblingstitel im Programm ist.
Darüber hinaus gibt es noch mehr: die Band macht nicht
nur mitreißende LIVE-Konzerte, sondern bringt mittels ihrer Musik
auch Inhalte und Meinungen rüber, die ganz konkrete Alltags- aber
auch gesellschaftliche Probleme unserer Zeit spiegeln. Wer sich wie
ich Gedanken auch um das macht, was um uns herum passiert, empfindet
das als wohltuend im Gegensatz zu den Ergüssen manch anderer Stars,
Sternchen und Sternschnuppen. |
Dazu kommt, dass die „Jungs“ nach so langer Zeit im Musikgeschäft immer ihre
Bodenhaftung behalten haben.
… ich kann fliegen …,
Ihr hoffentlich auch und noch recht lange
Liebe auf Umwegen
oder
dieses bleibt für immer …
Text von Doris aus
Vierow
„Doriiiis“ - der für diesen Abend letzte City-Bonbon fliegt, von
Toni gezielt geworfen, auf mich zu.
Zack - gefangen.
Das war nicht immer so. Ich meine einerseits das Fangen (ich bin nämlich
eigentlich so eine Art Bewegungsidiot und habe deshalb ganz schön oft daneben
gegriffen) und zum anderen, dass Toni mir einen „personengebundenen“
Bonbon zuwirft.
Es gab Zeiten, da kannte ich CITY nur als eine Band, die Musik machte, die
mir gefiel. Ich hatte auch die eine und andere Platte im Schrank - aber mehr
war da nicht. Ich lebte, wie es sich gehörte: glücklich verheiratet, mit
zwei halbwüchsigen Söhnen, idyllisch auf dem Lande, zufrieden mit der
Arbeit, die ich tat. Für Konzertbesuche fehlte mir aus heutiger Sicht sowohl
Interesse als auch ein bisschen Zeit. Dass mir etwas fehlte, bemerkte ich
nicht. Wie denn auch, ich hatte es ja nicht ausprobiert.
Dann kam die so genannte Wende, brachte Neues, Unbekanntes, auch Ängste.
Einige dieser früher immer fiktiven Befürchtungen wurden Realität: Ich
verlor meine Arbeit. Mein Mann trennte sich von mir. Es war ein tiefes,
schwarzes Loch, in das ich plötzlich fiel, ein Absturz, der scheinbar nicht
enden wollte. Irgendwann raffte ich mich auf, gab dem Drängen meiner
Umgebung nach und ließ mich zu einem Konzert „mitschleifen“. Nee, nicht zu
CITY. Ich hab doch gesagt: „Liebe auf Umwegen“. Die Puhdys spielten in
meiner Heimatstadt, und ich stellte fest, dass man sich mit Livemusik
wenigstens für eine Weile ein bisschen ablenken kann. Ziemlich stolz ob
dieses Fortschritts erzählte ich davon im Bekanntenkreis. Da sagte einer,
ein Berliner: „Was denn, zu den Puhdys bist Du gegangen? Denn geh doch
lieber zu CITY, die sind viel besser!“ - „Würde ich ja gern, aber gibt es
die denn überhaupt noch?“ war meine Antwort. Ja, es gab sie noch (und
wieder), denn das ganze trug sich Mitte der neunziger Jahre zu. Und dann
hörte und erlebte ich mein erstes CITY-Konzert, auf dem Parkplatz eines
Supermarktes, dessen fünfjährige Existenz am Ort gefeiert wurde. Ich hatte
im Stau gestanden, kam viel zu spät, stand ganz hinten und konnte nicht
wirklich was erkennen. Hatte auch schon ´ne Menge verpasst und hörte Titel,
die ich nicht kannte und die mich doch berührten, wie z. B.
„Dünne
Luft“
und ich hörte „Am Fenster“…
Als das Konzert vorbei war, bemerkte ich erstaunt, dass die Musiker noch
nicht in großen schwarzen Autos davon gebraust waren. Nein, sie waren noch
da, unterhielten sich mit den Leuten und schienen ganz normale Menschen zu
sein. Mannomann, ich kam mir zwar ein bisschen seltsam vor, aber ich wollte
denen einfach sagen, wie sehr mir das Konzert gefallen hatte. Das sagte ich
dann auch jedem einzelnen - und spätestens da muss es passiert sein: Ich
hatte mich mit dem CITY-Virus infiziert. Da half nichts außer: mehrmals
täglich CITY aus der Konserve und so schnell wie möglich wieder zu einem
Konzert.
Okay, meine Begeisterung trieb auch ganz exotische Blüten - hab ich doch
versucht, Texte für die Band zu schreiben. Was heißt versucht - ich habe es
eine Weile ziemlich intensiv getan, nur leider traf ich nicht wirklich den
Nerv des Frontmannes - und der muss es ja schließlich singen …
Aber mal im Ernst: Meine Begegnungen mit der Band, die wunderbare Musik,
meine Fahrten zu auch weiter entfernt stattfindenden Konzerten - das alles
hat mich gerettet aus meiner Lethargie, aus meiner Verzweiflung und vor
meinem Selbstmitleid. Dort fühlte ich mich zuhause, auf „meinem“ Platz vorn
links, wo Manfred im Schneidersitz hinter seinen Tasten sitzt. Und mein Sohn
formulierte messerscharf, als ich ihm mal wieder von meinen Konzertbesuchen
erzählte: Meine Mutter hat sich verliebt …
Mit CITY habe ich Orte besucht, deren Namen ich nie zuvor gehört hatte. Oder
weiß jeder, wo Schmadebeck liegt oder Edersleben oder, die Eingeweihten
mögen mir verzeihen, Mülsen St. Niklas?
Für den Besuch des Jubiläumskonzertes im Tempodrom 2002 habe ich mich
getraut, zum ersten Mal selbst mit meinem Auto nach und vor allem durch
Berlin zu fahren. Wenn mir das jemand ein paar Jahre zuvor prophezeit hätte,
den hätte ich wohl für verrückt erklärt.
Irgendwann habe ich aufgehört, die Konzerte zu zählen und die zurückgelegten
Kilometer aufzuschreiben. Ist ja auch alles nicht so wichtig. Wichtig ist,
dass ich liebenswerte Menschen kennen gelernt habe und dass ich mich auf
jedes neue Konzert freue.
Ich
weiß, dieses bleibt für immer ...
"Zwei Erlebnisse"
Fotos und Text von
Dieter aus Kloster-Lehnin
Zwei einschneidende Erlebnisse in meinem Leben CITY betreffend gibt es:
Im Jahr 1978 war ich 14 Jahre alt, als im Radio der Titel
"Am Fenster" von CITY rauf und runter gespielt wurde. Ich war hin und weg!
Diese Langspielplatte musste ich einfach haben. Also kratzte ich mein Taschengeld
zusammen und fuhr zum ersten Mal und ganz allein mit dem Bus ins nahe gelegene Brandenburg.
Vielleicht kann man sich vorstellen, wie mir zumute war: wenn man auf dem
Dorf aufwächst und nur zu ganz besonderen Anläsen in die Stadt fuhr. Ganz
alleine in der fremden Stadt suchte ich nach einem Plattenladen und fand ihn dann auch, ebenso
die CITY-LP.
Ich war einfach nur happy, endlich dieses Scheibe zu besitzen.
Nun lief also zum Leidweisen meiner Eltern täglich CITY und
„Am Fenster“
bei uns. Die Platte habe ich auch heute noch, ebenso eine CITY-Autogrammkarte,
die ich mir in den frühen CITY-Jahren zuschicken ließ.
Noch heute erzeugt
„Am Fenster“
bei jedem Konzert Gänsehautschauer bei mir, ich empfinde den Titel als sehr
emotionsgeladen. Genauso wie die Fortsetzung
"Flieg ich durch die Welt".
Auch mit diesem Titel verbinde ich ganz spezielle Erlebnisse. Er beschreibt
meine Gefühle, die ich in dem Erscheinungsjahr des Titels hatte. Ich fand
meine große Liebe nach über 20 Jahren wieder.

Noch heute, bei jedem
Konzert, werden diese Gefühle wieder zum Leben erweckt.
CITY
in Ückermünde
oder
vielleicht doch nicht ?
Text von Franzi,
Helga und Axel aus Niebendorf
Es war der 27. Juli 2003. Wieder einmal sollte uns unser Weg weit übers Land
führen, um ein Konzert der Jungs zu erleben. Es war heiß, Gewitterstimmung
lag in der Luft. Aber noch war der Himmel blau und Radiomeldungen über
bevorstehende Unwetter bringen doch keinen echten CITY-Fan von seinen Plänen
ab. Immer die A1 in Richtung Prenzlau entlang, mal schneller, mal langsamer.
So waren wir schon beizeiten in Ückermünde. Einmal quer übers Festgelände
mit allerlei Rummel, dann suchten wir uns einen Platz an der Hauptbühne.
Dort nervte irgendein Komiker, der sich zumindest selber komisch fand. Die
Gewitterstimmung verstärkte sich immer mehr. So langsam machten wir es uns
vor der Bühne bequem. Doris und Micha waren auch da und so gab es keine
Langeweile.
Ca. eine Stunde vor Konzertbeginn dann ein erster Regenschauer. Der wurde
von allen erfreut begrüßt - endlich Regen nach wochenlanger Hitze und
Trockenheit.
Doch es sollte noch schlimmer kommen. Kurz vor dem geplanten Start des
Konzertes ging urplötzlich eine regelrechte Wasserwand auf uns hernieder. In
Augenblicken waren alle durchnässt bis auf die Haut.
Auf der Bühne tropfte alles vor sich hin, auf dem Platz davor stand das
Wasser teilweise 10 cm hoch. Die Feuerwehr musste zum Abpumpen kommen.
Techniker und Musiker kontrollierten immer wieder das Equipment.
Dann, nach langem Warten kam von der Bühne die Mitteilung, dass das Konzert
nicht stattfinden würde. Die Sicherheit der Musiker müsse im Vordergrund
stehen. Schade nur, dass es solange gedauert hat, bis das Publikum
informiert wurde. Die Enttäuschung über die Absage machte sich im Publikum
dann auch recht lautstark Luft.
Nicht nur wir machten uns nun auf einen recht langen Heimweg. Noch weiter
hatten es Hilli und Peter aus Chemnitz. Doris aus Greifswald war da schon
besser dran und den Vogel abgeschossen hatte Micha -
er hatte sich ein Hotelzimmer gesucht.
„Am Fenster“,
ein Schlagzeug und CITY anno 1978
Fotos und Text von
HH aus EE
Eigentlich war nicht die Band das durchschlagende Ereignis, sondern
der Song.
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Plötzlich wurde
„Am Fenster“
tagtäglich im Radio gedudelt und die Dorf-Disco, die nicht diese Bandaufnahme von DT64 mitge-schnitten hatte - an eine Platte
war noch lange nicht zu denken, das kam erst viel später - die
konnte eigentlich gleich einpacken.
Der Song war Kult und die Band hatte urplötzlich in der ganzen
Republik eine riesige Fangemeinde!
So hat’s bei mir auch angefangen, denn ich hatte die Bandaufnahme
auf meinem „Qualiton“ und bin mit meiner Disco über die
Dorfbühnen gezogen. |
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Das muss so 1973 / 74 gewesen sein. Den „Laden“ haben Manne (Manfred Purple)
und ich damals übrigens
„College Disco“
genannt - warum wohl?
Schon so viele Jahre CITY ?
Gott, wie alt bin ich eigentlich ?
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Dieser eine Song und diese Stimme haben mich seither begleitet,
waren ein Teil des Soundtracks zu meinem ganz persönlichen Leben. Da
hatte jemand in meiner Seele gekramt und meine Gefühle ausgesprochen
sowie das ganze mit den Klängen einer Violine, meinem Instrument,
unterlegt!
Egal ob nun mit dem
„Fenster“
oder später mit
„Wand an Wand“
oder gar meiner Lieblingszeile:
"... is’ egal, da sind Löcher drin
und so bleibe ich wer ich bin …“. |
Das hatten außer Renft, Cäsar und Lift nicht viele geschafft.
Ich war einer von denen, die „in der Kultur“ gearbeitet haben. Wie man
diesen Begriff in Gesamt-Deutsch übersetzt - keine Ahnung.
Irgendwie war es logisch, dass ich dann selbst Konzerte organisieren wollte.
Dieses besondere Gefühl des Lebens und Erlebens hinter der Bühne hatte mich
schon immer fasziniert.
Es war also auch logisch, für meine Konzertreihe "Rock-Mix" diese Band auf der
Bühne zu haben. Es sollte etwas ganz besonderes werden - und genau das wurde
es auch. In jeder Hinsicht!
Zunächst mussten im Saal ca. 500 Stühle schön in Reih’ und Glied gestellt
werden. Das war wichtig, sonst hätte ich keine Veranstaltungsmeldung beim
VPKA durchbekommen (von den anderen Tricks ganz zu schweigen). Das sah zwar
schön klar gegliedert aus, war aber völlig unpraktisch, nahm viel Platz weg
und im Falle des Falles wäre das Chaos perfekt gewesen.
Dann kamen irgendwann im Laufe des Nachmittags die Techniker, also die mit
dem Lkw und den großen Boxen sowie den vielen Kabelrollen. Das
Durcheinander auf dem Lkw wurde also schön gleichmäßig auf der Bühne und
dann im Saal verteilt bis zu dem Moment, wo zum ersten Mal der Strom fließen
sollte.
An diesem Apriltag, es war der 19. April 1978, kam es erst mal nicht dazu. Man
brauchte Kraftstrom und das Netz war dafür nicht abgesichert. Ich kannte
(zum Glück) den Stadtelektriker und Gerhard folgte meinem Notruf
ziemlich prompt. Was genau dann passiert ist kann ich heute nicht mehr
sagen. Ich weiß nur noch, dass irgendwann die Scheinwerfer strahlten und die
Augen von Joro auch. Der war nämlich inzwischen eingetroffen und hatte mir
erklärt, dass so was wie Kraftstrom für eine Band unverlässlich sei.
Eine damals ebenfalls anwesende Dame namens Traudl war ziemlich sauer, was
man ihr auch ansah.
Ich glaub’, ich bin wohl manchmal ziemlich blauäugig an all die Sachen
rangegangen.
Aber es kam noch schlimmer: Plötzlich stand Klaus vor mir mit der Nachricht
„Vom Schlagzeug fehlen Teile. Wir fahren mal fix nach Berlin, um sie zu
holen!“ - Oups !!!
Sicher kann sich noch jemand an den Zustand der damaligen Autobahnen
erinnern und die Band fuhr (in meiner Erinnerung) einen Lada oder
Schiguli. Als man losfuhr, war es eine Stunde vor Konzertbeginn und der Saal
bereits proppevoll - na Klasse. Wir haben’s einfach niemandem gesagt und
irgendwann begonnen, das Publikum (und die mit der grünen Uniform da
draußen) mit Hinweisen auf technische Probleme hinzuhalten.
Mir wird dieser Tag für immer in Erinnerung bleiben: CITY fuhr
Schlagzeugteile zwischen Elsterwerda und Berlin „spazieren“ und wir haben
derweil 500 Leute mit technischen Problemen vertröstet. Auch der freundliche
ABV vor der Tür hat’s zur Kenntnis genommen. Das Konzert begann mit 4
Stunden Verspätung und keiner hat sich aufgeregt -
geht heute sicher gar nicht, oder ???
Wer’s nicht glaubt:
Die Fotos stehen hier auf der Seite der
GRENZENLOSEN
und es gibt genug Leute hier in Elsterwerda, die sich erinnern können.

Bei einem späteren Treffen mit CITY habe ich mir von Joro noch andere
Begebenheiten über das Vergessen erzählen lassen - und ich dachte immer, die
Sache damals wäre ein einmaliges und „unerhörtes Erlebnis“ gewesen.
Unvergesslich war das Konzert trotzdem, vielleicht gerade auch deshalb.

Einmal wissen, dieses bleibt für immer
Text und Fotos von
Heike aus Fürstenwalde
Als ich zum ersten Mal von Euch hörte, wusste ich noch nicht,
dass Ihr mich mit Eurer Musik durch mein Leben begleiten werdet.
Es war der Song
“Es ist
unheimlich heiß”,
den ich im Radio hörte und der mich auf Euch aufmerksam werden ließ. Ich
fand mich in diesem Titel wieder, denn genau das, was dort besungen wird,
erlebte ich in dieser Zeit. Ich war 16, ging in die Disco, musste zu einer
bestimmten Zeit zu Hause sein und erlebte meine erste große Liebe. Das Radio
lief immer, wenn ich zu Hause war. Ich wollte und musste diesen Song
unbedingt aufnehmen. Aber ich hatte kein Glück. Er wurde nicht gespielt,
wenn ich vor dem Apparat saß. Ich bekam diesen Song dann aber doch und mit
ihm sogar noch mehr, denn die erste Platte von Euch erschien. Täglich ging
ich in den Plattenladen des Städtchens Beeskow und fragte nach dieser
Scheibe. Immer wieder hörte ich nur diesen einen Satz: “Ham wa nich!”.
Ja, in der DDR besondere Schallplatten zu bekommen, war wie ein Sechser im
Lotto. Aber Beziehungen waren eben damals Alles. Ich bekam dann meine Platte
doch und das auf ganz kuriose Weise. Der Verkäufer aus dem Rundfunkgeschäft
kam nämlich in den Laden, in dem ich meine Lehre zur Verkäuferin machte und
wollte unbedingt Ketchup haben, sah mich dort und erinnerte sich an mich. Er
sagte: ”Wenn Du mir Ketchup besorgen kannst, kann ich Dir eine bestimmte
Platte besorgen”. Na und ob ich das konnte, das ist ja ganz klar. Und
endlich hatte sie, die lang ersehnte Scheibe. Sie drehte sich den ganzen Tag
auf dem Plattenteller. Ich habe sie natürlich noch heute und sie hat die
vielen Jahre ohne Kratzer überstanden. Auch in der DDR gab es schon
Qualität.
Ich kannte bisher nur
“Es ist
unheimlich heiß”
und
“Am Fenster”.
Total begeistert war ich von
“Nachts um
halb eins”
und
“Der King vom
Prenzlauer Berg”.
Auch diese beiden Songs waren ein Stück Leben von mir. Schließlich musste
ich nachts auch oft allein vor der Disco nach Haus (mein Freund war zu
jener Zeit bei der Fahne) und ich mochte es gar nicht, von Jungen
auf plumpe Art angemacht zu werden.
“Der King”
erinnert mich noch heute an meinen Cousin, der der damaligen Brunnenclique
des Märchenbrunnens im Berliner Friedrichshain angehörte. Was hat der für
Mist gebaut! Er war aber immer für mich da, denn Clique war das eine, die
Lieblingscousine etwas ganz anderes.
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Jetzt war ich infiziert von CITY - ich musste alles wissen. Wer war
die Band (damals ja noch Gruppe genannt), die diese Titel
sang? Ich wollte unbedingt mehr erfahren. Keine Zeitschrift war mehr
vor mir sicher.
Das “Neue Leben” und die “Melodie & Rhythmus” zu bekommen war in
dieser Zeit sehr schwer, aber ich hatte auch einen sehr guten Draht
zu der netten Frau im Zeitungskiosk, die mir diese Zeitschriften
immer zurücklegte. Und es gab auch wirklich Beiträge über Euch wie
zum Beispiel im “Neuen Leben” von Juni 1978 oder in der “Melodie &
Rhythmus”. 1978 war bereits der
“King vom Prenzlauer
Berg”
auf Platz 4 in der DDR-Spitzen-Parade ("Melodie und Rhythmus"
2/1979).
Ich sammelte alles über Euch, leider ist Vieles davon im Laufe der
Jahre verschwunden.
Frank Schöbel war nun nicht mehr die Nummer Eins für mich. Ich war
Fan von ihm und zugegeben, ich höre ihn auch noch heute gerne und
krame ab und zu seine alten Platten raus.
CITY war das Größte für mich. Meine Freundinnen, die sehr von der
westlichen englischen Musik angetan waren, lachten mich aus. Sie
waren der Meinung, dass Ostrock und dann auch noch auf deutsch
gesungen nicht gut sein kann. Für mich war und ist es wichtig zu
verstehen, was gesungen wird. Und mal ehrlich, wenn man einige
englische Songs übersetzt, kommt doch häufig nur Müll heraus.
Natürlich streite ich nicht ab, dass ich auch gern Rolling Stones, AC/DC
oder Accept hörte und höre. Klassik wie Vivaldis “Vier Jahreszeiten” oder
“Die Moldau” findet man auch in meiner CD-Sammlung. Aber Ostrock stand und
steht für mich immer im Vordergrund. |
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Leider war es in der ehemaligen DDR nicht so leicht, Konzerttermine
ausfindig zu machen. Computer, geschweige denn Internet waren noch weit
entfernt. Und wenn ich dann endlich mal erfahren hatte, wo ein Konzert war,
gab es keine Karten mehr. So musste ich mich eben mit meiner einen Platte
zufrieden geben. Aber es sollten ja noch mehr folgen, die ich dank meines
netten Verkäufers des besagten Plattengeschäftes auch alle bekam.
So vergingen die Jahre (ich könnte noch soviel mehr schreiben, aber dann
würde es ein Buch werden). Mein erstes Konzert, das ich dann endlich
miterleben konnte, war 1994 oder 1995, das weiß ich nicht mehr genau. Ihr
ward hier in Fürstenwalde gemeinsam mit den PUHDYS auf der Fürstenwalder
“Waldbühne”.
Endlich konnte ich Euch LIVE sehen und das war natürlich ein besonderes
Erlebnis für mich.
Mein größter Wunsch war es immer, Euch einmal persönlich kennenzulernen.
Hätte mir 1978 jemand vorausgesagt, dass dies im Jahr 2003 geschehen sollte,
den hätte ich für verrückt erklärt.
Ich arbeite seit 2002 in der Kulturfabrik GmbH Fürstenwalde. Mein damaliger
Chef erwähnte in einer Dienstberatung, dass im Rahmen der Frühlingswochen
die Band CITY auftreten wird und dass der VIP-Empfang mit E.dis in unserem
Haus stattfindet. Er fragte, wer denn bereit sei, an diesem Tag unser Haus
zu vertreten und die Betreuung zu übernehmen. Na, dass ich mich sofort
meldete, liegt ja nahe. Ich würde endlich die Band kennenlernen, die ich
schon seit Jahren verehre.
Der 10. Mai 2003 kam und ich war aufgeregt und in gespannter Erwartung, was
wohl passieren würde. Wie werden die Männer sein, werden sie mich überhaupt
beachten? Schon Stunden vorher war ich in der Kulturfabrik.
Endlich nach langem Warten fuhren schwarze Autos vor
und Ihr kamt dann auch schon die Treppe herauf.

Ich war so aufgeregt, dass ich beim Empfang nichts essen konnte, obwohl
alles super lecker war. Ich trank nur Rotwein, um mich zu beruhigen.
Unbedingt wollte ich Fotos mit Euch haben. Beseelt vom Wein traute ich mich
zu Toni zu gehen und um ein Foto zu bitten.
Und er sagte ganz einfach: “OK". Man dachte ich, das war ja jetzt ganz
einfach.

Genauso gut ging das auch mit Manne und Fritz:
Mit Joro habe ich mich sogar noch unterhalten. Er fragte mich in seiner
netten Art, wie es mir geht und welche Titel ich denn gerne höre. Ich
erzählte irgendwas von
“Nachts um halb eins”,
“Casablanca”
und
“Flieg ich
durch die Welt”.
Was genau, weiß ich heute nicht mehr.

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Meine Kollegin meinte: “Also der große Mann lässt sich bestimmt
nicht knipsen.” Ich sagte: “Ich gehe mal hin und wollen wir wetten,
ich bekomme mein Foto.” Und Klaus sagte einfach nur: “Na klar
Kleine, komm her, machen wir.”
Ich war total platt. Ich hatte meine Fotos. Ich konnte es gar nicht
glauben. Hoffentlich sind sie etwas geworden - dachte ich (ich
hatte damals noch keine Digitalkamera), diese Gelegenheit würde
ich nie wieder haben (War ich froh, als ich einige Tage später
die Fotos in den Händen hielt).
Und dann war auch alles schon wieder vorbei. Ich hatte ein Erlebnis, das ich
nicht vergessen werde und ahnte da noch nicht, dass es ein Jahr später noch
ganz anders kommen sollte. |
Der Empfang war vorbei, ich musste erst einmal durchatmen, rauchte gleich
zwei Zigaretten hintereinander und konnte endlich etwas essen.

Und dann auf zum Konzert. Der Fürstenwalder Marktplatz war voller Menschen,
aber so ein Bändchen mit einer Karte daran, öffnet verschlossene Türen und
ich konnte das Konzert von dort erleben, wo nicht jeder hinkam. Sogar auf
die Bühne konnte ich, um Fotos zu machen.
Das Konzert war natürlich erstklassig. Die Stimmung der Leute war super gut,
der Marktplatz bebte. Sogar meine Tochter stand mit ihren Freundinnen
(alle 15 Jahre alt) in den Massen und sie waren begeistert.
Aber
auch der schönste Tag geht mal zu Ende, irgendwann fand ich meinen Mann
wieder, (der übrigens auch das CITY-Virus in sich trägt). Er hatte das
Konzert zusammen mit Freunden von uns miterlebt und wir ließen den Tag bei einem
Gläschen Wein ausklingen.
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Nun gab es kein Halten mehr für. Ich hatte endlich Internet und konnte
verfolgen, wo Ihr auftreten werdet. Bei jedem Konzert, das in der Nähe war,
war ich dabei. Allerdings noch nicht in der ersten Reihe. Das war zum ersten
Mal in
Erkner am 16. Mai 2004, dann in Storkow am 27. August 2004 oder in Frankfurt
/ Oder am 4. September 2004 und und und ...
Täglich war ich nun auch auf Eurer Homepage unterwegs, beteiligte mich an
den Diskussionen im Gästebuch und lernte viele nette Leute kennen.
Am 10. September bekam ich eine Mail von Toni. Zuerst konnte ich mit der
E-mail-Adresse nichts anfangen und wollte sie eigentlich gar nicht öffnen,
aber zum Glück tat ich es dann doch. Es war die Einladung zur Prelisteningparty am 27. September 2004. Ich dachte, das gibt es doch gar
nicht? Ich werde zu CITY eingeladen und ich soll da allein kommen. Nein,
dachte ich, das geht nicht! Da muss Diana mit! Und so fuhren wir dann
natürlich auch dort hin.
Was würde jetzt schon wieder auf mich zukommen? Ich hatte keine Ahnung wie
solch eine Veranstaltung abläuft. Wir hörten das Album
“Silberstreif am
Horizont”.
“Weil die Erde eine Kugel ist”
und
“Schwestern und Brüder”
kannte ich schon. Von den anderen Songs war ich dann erst einmal
überwältigt. Besonders berührt hat mich
“Tamara”, aber auch
“Lebenslang”. Ich konnte zuerst gar nichts sagen und glaube, das ging auch
allen anderen so, die dort waren. Schließlich entstand aber doch noch eine
rege Diskussion und ich war wieder um einige Erfahrungen reicher. Lernte ich
doch bei dieser Party die Leute kennen, mit denen ich schon über das
Gästebuch und über E-Mails Kontakt hatte.
An diesem Tag wurde der Grundstein des Fanclubs gelegt,
aber das ist eine andere Geschichte ...
Lasst uns noch lange
gemeinsam durch die Welt fliegen!
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Ines,
die Gitarre
Text und
Fotos von Ines aus Meerane
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1982: Ich war mit meinen Eltern im Urlaub in Rostock. CITY spielte damals
dort, ich wollte hin, aber meine Eltern ließen mich nicht (ich war damals erst
16).
Irgendwann kam CITY zur Rocknacht in die Stadthalle nach Meerane - endlich -
und ich war dort, es war super.
Danach war wieder lange Zeit Pause.
Am 13. August 2004 spielte CITY in Crimmitschau, ich las es in der Zeitung und
dachte, da musst du hin. In diesem Jahr verwirklichte ich mir im April
endlich meinen Traum, eine E-Gitarre zu kaufen, ein Anfangsset mit kleinem
Verstärker. Manchmal muss man eben 38 Jahre alt werden, um dies in die Tat
umzusetzen. Ich selbst spiele schon seit 1974 Konzertgitarre, bei meinem
Studium zur Erzieherin lernte ich auch
Melodiespiel. Gitarre über Verstärker zu hören und zu spielen, hat mich
schon immer begeistert.

Jedenfalls, das Konzert in Crimmitschau war der Hammer. Danach kramte ich
sämtliche CITY-Musik, die ich fand, heraus, suchte nach den Texten im
Internet und versuchte nach Gehör Eure Lieder auf der Gitarre nachzuspielen
- was mir (denke ich) auch gut gelang.
Das Konzert hat mir so gut gefallen, dass ich dachte, da musst Du wieder
hin. In Pobershau erfolgte dann der erste Kontakt mit Euch, Fotos mit Toni
und Fritz und ich war mehr als begeistert. Ich war 2004 noch in Großenhain
und in Chemnitz mit dabei. Meine Bekannten erklärten mich langsam als
verrückt, konnten dies nicht verstehen.
Jetzt reifte mein größter Wunsch einmal mit Toni oder Fritz Gitarre zu
spielen. Wird wohl nie möglich sein, oder doch? Ständig war ich auf Eurer
Internetseite, verfolgte das Geschehen und trat 2005 in den CITY Fanclub
ein. Ich habe viele nette Leute kennengelernt, die ähnlich fühlen und die von
Euch begeistert sind.
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2005 war das erste Fanclubtreffen der
GRENZENLOSEN in Sandersdorf. Die Gitarre muss diesmal mit - jetzt oder nie.
Ich hoffe, meine Einlage ist gut angekommen? Die
GRENZENLOSEN haben mich ja auch fleißig unterstützt. Es hat echt Spaß gemacht
und ich freue mich, Eure Autogramme auf meiner “Klampfe” zu haben.
2005 waren es elf Konzerte, die ich besuchte und ich habe nun auch
meinen Mann Ulf infiziert, der inzwischen ebenfalls Fanclubmitglied
ist.
Ich will ja nicht immer allein auf Konzert fahren, aber man ist ja
nie allein.
Immer wieder trifft man alte Bekannte. |
CITY - Eure Musik ist immer rockig, berauschend, voll Power, einfach toll.
Die Texte sind aussagekräftig, passen genau in die Zeit, vermitteln
Lebensgefühl. Eure Konzerte sind jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Mir
kribbelt es vor der Bühne in den Fingern. Mitspielen, das wäre doch schön …
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Übrigens habe ich inzwischen von Marshall einen 30 Watt Verstärker
mit Effekten, habe aber leider zu wenig Zeit zum Spielen. Oft nehme ich
aber die Gitarre abends in die Hand und klimpere
“Darf ich dir zu nahe treten”,
“Lebenslang”, “Tamara”,
“Ganz leicht”, “Wenn wir schlafen”
oder
“Berlin 2”.
Die langsamen Lieder von Euch sind meine Favoriten.
“Flieg
ich durch die Welt”
steht natürlich an erster Stelle. Wer weiß, vielleicht klappt es ja
doch noch mal, dass Toni mit mir Gitarre spielt? Ich kann mir
vorstellen, dass wir Fans Euch manchmal ganz schön auf die Nerven
gehen, trotzdem macht Ihr immer gute Miene.
Prima ! |
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"So wurde ich ein CITY-Fan"
Text und Fotos von
Susanne aus Witten
Im Sommer des Jahres 2003 verging kaum ein Wochenende an dem nicht
irgendeine sogenannte "Ostalgie-Show" über diverse Fernsehkanäle flimmerte -
man konnte sich kaum dagegen erwehren. Auf diesem Weg erfuhr ich von einer
Konzertreihe der namhaften Ostrock-Bands:
KARAT - CITY - PUHDYS und beschloss, dass ein solches "Ostrock-Konzert" ein super
Geschenk für einen guten Freund ist, der mir bei meinem vor kurzem
stattgefundenen Umzug mit viel Tatendrang zur Seite stand.
Ja, auch im Westen kannten wir diese Bands und ganz besonders die PUHDYS
gehörten in "jungen Jahren" zu meinen Favorits. Von CITY kannte und hörte ich recht wenig, außer natürlich
"Am Fenster" - eines meiner langjährigen Lieblingslieder, welches Ende der 70er
Jahre auch im Westen rauf und runter gespielt wurde. Aber ich dachte immer
es wäre so eine Art
"One-Hit-Wonder".
Nichts desto trotz, ich freute mich auf ein Konzert, freute mich auf die
PUHDYS und dachte so für mich: "Na ja, CITY wird schon erträglich sein,
zumindest
'Am Fenster'
ist mehr als lohnenswert ..." (!!!)
Am 13. November 2003 war es dann soweit: frühzeitig erreichten wir die
Grugahalle, in Essen, im Ruhrpott. Dort hatten wir viele Gelegenheiten mit
eingefleischten Ostrockfans zu quatschen und uns auszutauschen. Ein PUHDYS-Fan wird mir wohl auf immer in Erinnerung bleiben. Mit Begeisterung,
die ihm im grinsenden Gesicht stand, erklärt er mir (mehrmals):
"Einmal im Jahr muss ich Maschine einfach sehen!"
Das Konzert begann! Leider konnten KARAT nicht auftreten. Herbert Dreilich
war zu diesem Zeitpunkt schon sehr krank. Als Ersatz sprang UTE FREUDENBERG
ein. Sie versuchte KARAT (u. a. mit einem Karat-Medley) würdig zu
vertreten. Nun ja, ich ließ mich von der Konzertstimmung mitreißen, aber
eine UTE FREUDENBERG, die über "7 Brücken ging" konnte mich nicht vom Hocker
hauen.
Doch dann trat CITY auf ...
... die Bühne war geheimnisvoll dunkel, niemand war zu sehen, nur die Klänge
der Violine ertönten. Ich glaube, bereits in diesen Minuten wurde ich
verzaubert ...
Lauter mir unbekannte Stücke folgten, wie z. B.
"Glastraum", "Wand an Wand", "Wenn ich mal was sagen will" (hierbei platze der Luftballon, aber ein richtiger Mann hat ja immer
'nen Reservergummi dabei !!!),
"z. B. Susann"
und noch vieles mehr. Der Sänger da oben auf der Bühne fotografierte das
Publikum, "denn wenn es mal wieder anders kommt, soll keiner sagen, er wäre
nicht bei CITY gewesen".
Ich war fasziniert: von der Musik, von den (ehemals mutigen) Texten
in einer poetisch überhöhten Sprache, der Violine, von dem ständig ins
Publikum smilenden Keyboarder,
von dem hochkonzentrierten Drummer und von der Spielfreude und
herübergebrachten Ehrlichkeit dieser Musiker auf der Bühne. Viele Künstler
habe ich in diversen Hallen und Stadien schon sehen können (Bruce
Springsteen, Pink Floyd, Bon Jovi, Tina Turner, Marius Müller-Westernhagen,
die Ärzte, George Clinton, Peter Maffay u. a.), aber keine Mugge, kein
Konzert hat mich je so erreichen können wie CITY an diesem Abend.

Nach diesem, für mich bedeutungsvollem Konzert, begann ich die ein oder
andere CITY-CD zu kaufen. Besonders die DVD mit dem Jubiläumskonzert zum 30.
Geburtstag im Berliner Tempodrom hatte es mir angetan. Ein solches Konzert
wollte ich auch erleben ... Allerdings waren die Chancen hier im Ruhrgebiet
CITY mal wieder LIVE zu sehen sehr gering.
Im September 2004 nutzte ich die Gelegenheit (mal eben am
Sonntagnachmittag), CITY zusammen mit KEIMZEIT und den PUHDYS in
Hannover auf der Parkbühne rocken zu sehen. Auch hier konnte ich wieder
viele nette Kontakte mit anderen Ostrockfans knüpfen. Wermutstropfen an
diesem Abend war das krankheitsbedingte Fehlen von Klaus Selmke (trotzdem
feierten wir seinen Geburtstag). Klaus wurde sehr professionell durch Joro's
Sohn Nick vertreten und der Auftritt von CITY verzauberte mich auf's Neue.
Der Kurztrip nach Hannover hatte sich allemal gelohnt.
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Aber irgendwie genügte mir das alles nicht. Ich wollte unbedingt CITY "pur
und LIVE" erleben, kein abgespecktes Konzert zusammen mit anderen Bands. Ich
verfolgte die Tourdaten auf der CITY-HP und im Mai 2005 war es dann soweit.
Ein Konzert im Harz - das war zumindest nicht ganz so weit weg ...
Ein Horrortrip sollte beginnen ....
CITY auf dem
Ziegenhof in Rodersdorf
Der Ausflug nach Rodersdorf im Harz war eigentlich zu zweit geplant, aber
"so ist das Leben" - meine Begleitung sagte kurzfristig einen Abend
vorher ab. Also fuhr ich alleine und mutig mit meinem 33-PS-starkem Auto
los.
An der Autobahnabfahrt Eilsleben dachte ich erleichtert "gleich hast du's
geschafft", aber dem war nicht so ... fast zwei Stunden fuhr ich durch
kleine und kleinste Örtchen mit Namen wie Welfensleben, Eichenbarleben,
Gunsleben usw. Leben allerdings war nirgendwo zu entdecken, alle Dörfer waren
völlig menschenleer. Ja, war ich denn hier am Ende der Welt angekommen?
Als ich schon aufgeben wollte, befand ich mich plötzlich am Ziel meiner
Reise: in Wegeleben. Dort hatte ich ein Zimmer reserviert. Wegeleben bestand
aus Baustellen und Einbahnstraßen. Unter Missachtung sämtlich erlernter
Verkehrsregeln erreichte ich endlich meine Pension. Nun ja, das Zimmer war
zwar klein, dafür aber recht schmutzig. Die Toilette auf dem Gang war
verstopft, aber eigentlich konnte mich jetzt kaum noch etwas schocken.
Glücklich, endlich angekommen zu sein, begab ich mich auf Erkundstour durch
den hübschen und kleinen Ort Wegeleben.
Auf dem örtlichen Marktplatz begegnete mir eine ältere, kleine hutzelige
Frau, die mit erstaunlich klarer Stimme lauthals rief: "Sind Sie die von
drüben?", dass es nur so über den Marktplatz schallte. Ich konnte nur noch stumm nicken. Gegen Abend besuchte
ich die einzige örtliche Kneipe. "Nun ja, trinken können Sie was", sagte der
Wirt, "aber zu Essen gibt's heute nichts!" Auf meine Rückfrage hin, erklärte
er mir, dass er keine Zeit habe, er müsse jetzt unbedingt sein Auto an die
ebenfalls anwesenden polnischen Kollegen versteigern. Mit knurrendem Magen
ging ich an diesem Abend zu Bett.
Neuer Tag - neues Glück (dachte ich): Den Vormittag verbrachte ich, mit immer noch knurrendem Bauch, mit der Suche
einer Tankstelle. Im ca. 40 km entfernten Halberstadt wurde ich fündig.
Dort bekam ich auch ein Frühstück zur Stärkung und mittlerweile dringend
erforderlichen Magenberuhigung. Das mir zugedachte Frühstück in meiner
Pension fiel aus. Die Ehefrau des Vermieters und eigentliche Frühstücks-Zubereiterin saß während der gesamten Dauer meines Aufenthaltes
in wahrer Flodder-Manier, zusammen mit ihrem Yorkshire-Terrier vor dem
Fernseher, sah diverse Talkshows und rauchte Kette. Zum Frühstück-Zubereiten
hatte sie "keinen Bock" - Ich fühlte mich wie im Slapstick.
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Am Abend war es dann (endlich) soweit:
Zusammen mit meinem Zimmervermieter, seinen Kumpels und derzeitigen
Freundin (die Ehefrau saß ja vorm Fernseher) ging’s nach
Rodersdorf zum CITY-Konzert auf dem Ziegenhof. Nur gut, dass wir
einen Fahrer hatten - bereits während der Fahrt zischte mein
Vermieter, in bemerkenswerter Geschwindig-keit, vier Flaschen Bier.
Die leeren Flaschen wurden unter lautem Gejohle aus dem Autofenster
heraus, bei voller Fahrt, der Botanik übergeben.
Da der Vermieter ansonsten ziemlich klamm war, zahlte ich mein
Zimmer mit der zweiten Konzertkarte. Dass war ihm sehr recht, denn
so musste er seinem "Couch-Potato" nix Bares abdrücken und mir war's
halt billig. |
Vor CITY spielte mal wieder Ute Freudenberg, aber anschließend wurde ich für
alle meine Mühen und Strapazen mit einem wirklich tollen CITY-Konzert
entschädigt. Zwei Stunden LIVE und PUR und LAUT und ROCKIG - es war
herrlich. Wenn ich nicht schon ein Fan war, so wurde ich es spätestens in
diesen zwei Stunden ...
Noch ganz beseelt und glücklich von diesem tollen Konzert rief ich den im
Vorfeld bestellten Taxifahrer (ein Kumpel des Vermieters) an. Nach
ca. 30 Klingelzeichen meldete er sich lallend: "Er habe jetzt keinen Bock
mehr zu fahren und Geld verdienen wär ihm 'eh scheißegal ..." Tja, so stand
ich nun mitten in der dunklen Nacht in Rodersdorf im Harz auf dem Ziegenhof
und wusste nicht mehr weiter - wie komme ich nun zurück nach Wegeleben in mein schmutziges Zimmer?
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So schmuddelig mein angemietetes Zimmer auch war, nun wollte ich dorthin
zurück. Hunger hatte ich auch mal wieder, denn auch auf dem Ziegenhof wurde
jeglicher Versuch zur Nahrungsaufnahme zunichte gemacht. Es gab schlicht
und ergreifend nichts mehr.
Mittlerweile waren kaum noch Menschen auf dem Ziegenhof. Ratlos und fast den
Tränen nahe stand ich auf einem Acker als plötzlich ein junges Paar an mir
vorbei lief. Ich haute die beiden an: "Ich muss nach Wegeleben. Könnt ihr
mich mitnehmen?" "Klar," sagte die junge Frau, "komm, steig ein, wir nehmen
dich mit." Dankbar krabbelte ich auf die Rückbank des Autos, als ein Mann
angelaufen kam. Er rief "Nehmt mich auch mit!" und sprang mit den Worten
"Toll, jetzt machen wir geilen Sex" zu mir auf die Rückbank.
Mein leerer Magen dreht sich vor Schreck um. Mit dem Mut der Verzweifelten
ballte ich beide Hände zu Fäusten, bereit in sekundenschnelle zuzuschlagen,
als plötzlich alles im Auto anfing zu lachen. Der junge Mann neben mir
beliebte zu scherzen und alle fanden es zum Grölen lustig. Ich weniger ...

Wohlbehalten in meinem Schmuddel-Zimmer angekommen, hielt mich nichts mehr
im Harz. Binnen fünf Minuten
packte ich meine Sachen (das Zimmer war ja mit der Konzertkarte
bereits bezahlt) und auf ging's mitten in der Nacht, ziemlich hungrig,
zurück ins Ruhrgebiet.
Zum Ziegenhof zieht mich nichts zurück, aber dem PUHDYS-Fan, den ich 2003 in
Essen traf, dem möchte ich gerne sagen:
"Einmal im Jahr CITY sehen - das reicht mir lange nicht !"
Mein nächster Konzert-Besuch bei CITY war bereits fünf Wochen später. Es
ergab sich ein geschäftlicher Termin in Schierke und bis zum Strandbad
Sandersdorf war es nicht mehr weit. In Sandersdorf lernte ich viele
GRENZENLOSE kennen und seit diesem Tag bin ich eine von ihnen. Im Laufe der
Zeit, bei nächtelangen Diskussionen und vielen Treffen sind tolle
Freundschaften entstanden,
denn Musik verbindet !

Der "CITY-Virus"
Text von Uwe und
Edgar aus Berlin-Köpenick / Adlershof
Auch von uns ein kurzer Bericht, wie wir zu CITY
gefunden haben und auch uns der „Virus“ infiziert hat:
Vorbelastet sind wir allerdings schon immer durch unsere Conny und Jani
gewesen, die uns stets und ständig eigentlich mit Eurer Musik im Auto und
Berichten abnervten. Aber es sollte nur eine Frage der Zeit werden, dass wir
auch so richtige Fans wurden. Dies geschah im Juni 2004!
Als jahrzehntelange Fußballfans des Berlin Vereins
„1. FC Union“ eilten wir zu jeder nur
möglichen Veranstaltung, die das finanzielle Desasters des Clubs minimieren
sollte. Zu unserer großen Verwunderung und sogleich späteren Begeisterung
erfuhren wir, dass CITY und Frank Schöbel sich kurzerhand entschlossen
hatten, in der legendären „Alten Försterei“ umsonst für
UNION und die
UNION-Fans zu spielen.
Natürlich waren wir geschlossen dabei und ab dahin ging es mit uns in Punkto
Fansein rasant aufwärts - unsere „Weiber“ hatten endlich gewonnen!
Ihr hattet es bei Eurem Auftritt auch nicht gerade leicht, gegen die doch
recht unmusikalischen Fangesänge für
UNION
an zu singen, habt dies aber mit Bravour gemeistert.
 |
Toni Krahl mit
UNION-Schal löste
natürlich eine Welle der Begeisterung auch bei allen anderen Fans
aus, ob sie nun Eure Musik kannten oder auch nicht, dies war diesen
Abend egal -
alle machten mit !!!
Danke noch heute für diesen Auftritt und weiter so, auch mit solchen
Aktionen!!
UNION
hat es geschafft,
auch mit Eurer Hilfe im heißen Sommer 2004!
Spontan und hilfsbereit so haben wir Euch kennen gelernt und bleiben
weiter an Eurer Seite.
EISERN UNION !!! |
Eure eisernen und grenzenlosen Fanclubmitglieder
Uwe und Edgar
Am Anfang war ein Lied
Ans Fenster
klopfen ...
mehr als 30 Jahre Verbundenheit
Text und Fotos von Walter aus Mahlberg
Meine Geschichte könnte nicht nur beginnen wie ein Märchen, es kommt einem
gleich. Es waren meine ersten Gehversuche als DJ in den 70er Jahren. Damals
war es auch im Westen nichts Neues, das man von der eigenen Musik nicht
leben konnte.
|
In jenen Tagen hörte ich ihn zum ersten Mal, diesen Ohrwurm, der so
anders klang als alles andere, was ich auflegen konnte.
Tanzflächenfüller und emotionaler Eisbrecher sind sicherlich zwei
Schlagworte, die den Bezug zu diesem Meisterwerk treffend
beschreiben.
Den Song nahm ich kurz nach seiner Veröffentlichung in mein Herz und
in mein festes Programm. Kein Abend seitdem, an dem er nicht lief
und das bis zum heutigen Tage.
Zwischen damals und heute ist viel passiert. Nicht nur im
allgemeinen Weltgeschehen, auch in meinem Leben.
Ich wusste nicht wie nah mich die zarte Berührung mit diesem Stück
Vinyl an das Zeitgeschehen bringen sollte. |
 |
Als ich Mitte der 80er der Diskothekenwelt den Rücken kehrte (Modern
Talking und andere Ergüsse machten mir den Entschluss leicht) um ein
eigenes Projekt mit dem Namen Cleopha 87 zu starten, war die Sehnsucht da,
diesen Song LIVE erleben zu wollen.
Ich begann zu recherchieren - gibt es die Band eigentlich noch oder war sie
längst aufgelöst und nur dieses eine Lied übrig? Wer waren die Menschen
hinter diesen Zeilen und Noten? Bedenkt bitte, es gab kein Google, kein
Internet und Handys waren noch tonnenschwer.
Schon damals musste ich erkennen, dass die Musik- und Schallplattenindustrie
nicht gerade hilfsbereit war wenn es um das Thema CITY ging. Man hatte ja
das Fenster, es verkaufte sich ohne Aufwand gut, was sollte auch mehr
gemacht werden? Nach unzähligen Telefonaten endlich die Auskunft - die Band
gibt es noch, interessiert hier aber niemanden - richtig, ich vergaß
- da war ja Modern Talking etc.
Mich interessierte es aber sehr und ich ließ nicht locker bis ich eine
Telefonnummer aus der damaligen DDR bekam. Es war mir schlicht und
ergreifend wurscht, wie viele Geheimdienste damals das erste Gespräch
mithörten, ich wollte die Band, wollte ein Konzert, wollte meinem Publikum
dieses Erlebnis schenken.
Dankbar bin ich dem Menschen, der sich wohl genauso gefreut hat wie ich, am
anderen Ende der Leitung. Kurt war sein Name: „Mensch jut, da lässt sich
doch wat machen, aber klar“. Mit diesem Satz begann eine einzigartige
Geschichte ...
Die Einladung der Künstleragentur der DDR ließ nicht lange auf sich warten.
Ich bekam mein Visum nahezu unbürokratisch, war Staatsgast des Ministeriums
für Kultur und bekam einen dicken fetten Stempel in meinen Reisepass. Ich
war so naiv und brachte zu meinem Erstbesuch fünf Schallplatten meines
Erstlings „Gedanken eines Clowns“ mit, was die Herren an der Grenze sehr
interessierte. Musik - Inhalt - Text - Warum usw. Einer der
Beamten, oder Bürger wie man sich ansprach, blickte auf den Stempel in
meinem Ausweis, das Visum und die Unterschrift des Ministers und salutierte
plötzlich, was meine friedensbewegte Seele jener Tage natürlich zutiefst
beeindruckte.
Ich schenkte ihm eine Scheibe - ob er sie wohl noch hat?
 |
Im Palast der Republik traf ich dann die Herren Puppel und Krahl
(noch mit einem leichtem Haarkranz), offiziell im Café oder war
es die Bar, in der so viel Geschichte geschrieben wurde? Wir
vereinbarten einen Konzerttermin für unser legendäres erstes Open
Air 1988 in der Badischen Weltstadt Ettenheim am Apostelsee.
Handschlag und es hat gefunkt. Über die damalige Gage wollen wir
heute nicht sprechen - schmunzele. Damals wusste noch niemand was da
in den kommenden Monaten und Jahren passieren sollte. |
Wir alle hier im Südwesten erlebten ein gigantisches Konzert
und es hat gefunkt - und wie.
Musikerfreundschaft allererster Güte entwickelte sich.
Ich zeigte Toni, Fritz, Manne und Klaus den Taubergiessen als letzten Urwald
Europas, zumindest begleitet von einem der schönsten Dialekte unserer Zeit
(Ruster Badisch).
Man verabschiedete sich mit dem Versprechen, sich bald wieder zu sehen. Es
folgte der private Gegenbesuch in Berlin ohne Staatsstempel, dafür mit
Zwangsumtausch und allem was damals dazu gehörte - Bürger Holtfoth meldete
sich artig auf dem Posten der Volkspolizei.
Nie, aber wirklich nie werde ich den Besuch in der Müggelseeperle mit allen
vergessen. Was war das noch? Zehn Personen, essen was der Koch (nicht die
Speisekarte) hergab, das damals fantastische Bier in Massen, und dann
noch mal einen Nachtisch und das ganze für 30 Ostmark.
Puuuhh, waren das Zeiten ...

Unsere Beziehung sollte sich weiter entwickeln. Es folgten Cleopha Konzerte
im Badener Land. Ich weiß heute nicht mehr wie viele es waren bis zum
heutigen Tage.
Nachdem sich in der damaligen Zeit hier in den alten Ländern niemand um die
Band kümmern wollte, war ich plötzlich das offizielle Büro West und alle
Gast-spielverträge mit der Künstleragentur der DDR gingen über meinen
Schreibtisch.
 |
Es gab eine kleine Tournee die heute unbedeutend irgendwo in der
Erinnerung verschwinden würde, wären da nicht die Umstände und
Vertrags-partner gewesen.
Die evangelische Soldatenseelsorge war bereit Konzerte mit CITY in
West-Kasernen zu organisieren. Man muss sich das einfach in
Erinnerung holen: Ein musikalischer Botschafter des damaligen
Staatsfeindes Ost konzertierte in den Militärkasernen des damaligen
Staatsfeindes West.
Es war Ende 88 und die Einheit in weiter, weiter Ferne, eigentlich
immer noch nur ein schöner Traum.
Stellt euch bitte in blühendster Fantasie dieses markante Bild vor:
Oben auf der Bühne CITY und unten die Jungs in oliv mit ihren
Flens-Fläschchen. Unvorstellbar grausig und skurril, zumal damals
wirklich nur männliche Soldaten in den Kasernen lebten. |
Ich hab Toni damals um seinen Job nicht beneidet.
Sag, wo die Soldaten sind
- und unten die Meute grölend:
HIER !!!
Pete Seeger hätte sich im
Grab umgedreht. Jeder Musiker verdrängt solche Erlebnisse nur zu gerne. Aber
man war jung, wollte überleben, vor allem als Band. Heute lächle ich wenn
ich diese Zeilen schreibe, denn wenn man es richtig betrachtet, begann in
diesen Tagen das Eis zu tauen.

In den unruhigen Tagen des Wechsels, die Mauer war gerade gefallen, lud ich
Toni spontan ein, als unangekündigter Ehrengast mit uns in badischen
Teningen in ausverkaufter Halle eine Fete zu feiern.
Solo und unplugged würden wir heute sagen. 3.000 Fans dankten es ihm mit
einer Gänsehaut-Atmosphäre: so wird man das Fenster nie wieder hören können
und WIR HABEN ES LEIDER NICHT MITGESCHNITTEN. Dann noch das legendäre und in den wirren Tagen immer noch
gefährliche
„So winkt man wenn der Zug abfährt“
als Abschiedslied für den Bürger Erich Honecker.

Und da war dann noch das Fenster - dieses Lied, diese Magie, mit dem oder
der alles begann. Ich ließ es damals Paus Samson hören, jenen begnadeten
Gitarristen und Gründer der „new wave of british heavy metal“. „Sounds great“,
sagte er lächelnd zu mir und ich bat ihn, es neu zu arrangieren, wollte den
Song unbedingt wiederbeleben und einem neuen Publikum zugänglich machen. Es
sollte keine billige Cover Version sein. Ich war glücklich, dass ich lange
vor Scooter das o. k. bekam, den Song aufzunehmen. Ein Traum wurde Realität.
Paul starb viel zu früh an Krebs, ich hätte zu gerne mit ihm und allen
zusammen dieses Werk gemeinsam auf einer Bühne präsentiert. In diesem
Zusammenhang blieb auch bei mir eine Umarmung und ein langes Gespräch mit
Tamara in Erinnerung. Eine Begegnung für die ich dankbar bin bis zum
heutigen Tage und die es nie gegeben hätte ohne Fritz, Toni, Manne und
Klaus.
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