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PRESSETEXT - 40 Jahre CITY |
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"Für immer jung"
40 Jahre CITY
eine Betrachtung
von Olaf Leitner
Januar 2012 |
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CITY – das ist ja nicht nur eine
Band. Auch wenn es schon ausreichen würde bei einer Band wie dieser.
CITY - das ist Kulturgeschichte. Deutsche Kulturgeschichte. CITY hat
drei Deutschlands erlebt und in seinen Songs abgebildet: Die DDR als
Heimat, die BRD als Gastspielreiseland - und nun, friedlich und mit
Nachdruck zusammengezimmert, die BRDDR. „Wir als Band betrachten uns
immer als Spiegel der Gesellschaft oder der Umgebung, in der wir
auftreten.“…
Damals wie heute: „Wir haben
immer versucht, die Themen aufzugreifen, die bewegen. Kleine
Wahrheiten mussten wir in den Texten verstecken, wo zwischen den
Zeilen lesbar wurde, was wir meinten“ sagt Toni Krahl.
CITY steht exemplarisch für jenen
Teil der DDR-Rockmusik, der sich mühte, das Maß an Anpassung gering
zu halten und über das Medium Text und Musik mit List, Mut und
Intelligenz die bescheidenen Möglichkeiten der Wahrheitsfindung und
-verbreitung zunutzen. Toni Krahl war im Umgang mit der Obrigkeit
bereits von leidvollen Erfahrungen geprägt. Im Spätsommer 1968 hatte
er, naiv, aber mit Courage, “kleine stümperhaft gestaltete
Flugblätter” verteilt, auf denen er gegen den Einmarsch der
Warschauer Pakt Staaten in die CSSR protestieren wollte. Er wurde zu
drei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Ereignis, das in der Gegenwart
noch seinen Niederschlag findet:
„Prager Frühling. Wut im Bauch.
Sechzehn Wochen hinter Gittern. Das war ich“
singt er auf der neuen CD
„Für immer jung“.
„Wir waren die geduldete
Opposition, es gab da noch die ungeduldete und die verbotene. Wir
saßen immer auf schmalem Grat, und da sitzen wir immer noch. Wir
sind dem heutigen System genauso suspekt wie dem vorherigen, und
wollen immer noch dasselbe erreichen wie früher. Aber irgendwie
macht das Don-Quijote-Spiel auch Spaß. Ohne Gegenwind ist es
langweilig!"
“Ich bin sicher, dass auch die
Rockmusik der DDR zum allmählichen Untergang der Republik
beigetragen hat. Die getarnten Botschaften der Texte, aber auch die
Vitalität und Kraft der Musik, eingespielt von großartigen Sängern
und Instrumentalisten, hat der als „Kampfreserve der Partei“
missverstandenen Jugend Kraft und Selbstbewusstsein gegeben, um das
Herum-kommandiert-zu-werden einfach zu ignorieren. Die Leute von
CITY waren Protagonisten der Szene. Und sie haben die Wende
gemeistert, haben den zeitweiligen Stillstand durch Aktivitäten wie
Gründung eines eigenen Plattenlabels überlebt, konnten sich in die
neue Szene einfädeln und mit ansehen, wie viele der so umschwärmten
Wessi-Bands an Glanz verloren. Sie hielten durch ihre Lieder
Erinnerungen wach und gaben damit den neuen Bundesbürgern ihre
Identität wieder, die im Talmiglanz westlicher Attraktionen zu
verblassen drohte.
Nach 4 Jahrzehnten sind CITY
immer noch…
-
eine echte,
keine
zugezogene
oder
eingemeindete
Berliner
Band, eine
Band der
längst
gesamt deutschen
Hauptstadt.
-
da bleiben
ein gutes
Dutzend
Alben,
mindestens
doppelt so
viele
einprägsame
Hits und
ihre nachhaltige Präsenz auf der Bühne.
-
CITY anno
2012 ist
immer noch
strikter,
exzellenter
Rock’n’Roll
ohne
Schleifchen
und
Swing-Bremsen.
Frontmann Toni Krahls Gesang hat
dabei nichts von seiner ironischen Dimension eingebüßt, Fritz
Puppels Gitarre liefert nach wie vor präzise Attacken gegen auf
reinen Wohlklang getrimmte Ohren und Joro’s Bass- und Geigenspiel
gibt der Band wie von Beginn an, das Besondere, das Unverwechselbare
- Rockmusik mit einer Prise Balkan-Folk. CITY im 40. Jubiläumsjahr
spiegelt den unaufkündbaren Optimismus der Band wieder, denn wie
heißt es in einem ihrer neuen Hits:
„Es ist immer noch Sommer bis kommenden Mai“.
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